Der Oktopus, dem sich nichts entzieht

Der US-Geheimdienst NRO ist Herr über sämtliche amerikanischen Spionagesatelliten. Nun sorgt das National Reconnaissance Office mit dem Logo seiner jüngsten Satelliten-Mission für eine Kontroverse.

Kritische Stimmen bezeichnen das Logo im Nachgang zur NSA-Affäre als unangebracht: Der Badge der NROL-39-Mission.

Kritische Stimmen bezeichnen das Logo im Nachgang zur NSA-Affäre als unangebracht: Der Badge der NROL-39-Mission.

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Das National Reconnaissance Office (NRO) gilt als der mysteriöseste aller amerikanischen Geheimdienste. Obwohl bereits 1962 gegründet, wurde der Schleier der Geheimhaltung über der Behörde erst 1992 gelüftet. Der Dienst ist für sämtliche US-Spionagesatelliten zuständig, nachdem er sie zuvor auf ihre Umlaufbahnen gebracht hat.

Ausgerechnet das verschwiegene NRO (Motto: «Darüber hinaus und Jenseits») aber sorgte nun für Schlagzeilen: Vergangene Woche schoss der Dienst vom Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien den neuen Aufklärungssatelliten NROL-39 mit einer Delta-Rakete ins Firmament - und wählte als Logo des Einsatzes einen erdumschlingenden Oktopus mitsamt dem Slogan «Nichts entzieht sich unserem Zugriff».

«Anpassungsfähige und hochintelligente Kreatur»

US-Kritiker fanden Logo wie Slogan im Gefolge der Swnoden-Enthüllungen über die globale NSA-Ausspähung eher unangebracht. «Vielleicht sollten Sie im Moment das massive Aufklärungsnetz doch lieber etwas herunterspielen», twitterte Christopher Soghoian von der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU an das Büro von Barack Obamas nachrichtendienstlichem Direktor James Clapper.

Das NRO wiederum gab keineswegs klein bei: NROL-39 werde «vom Oktopus repräsentiert, einer vielseitigen, anpassungsfähigen und hochintelligenten Kreatur», so NRO-Sprecherin Karen Fergurson. Wie üblich gab das NRO nicht bekannt, wozu der neue Satellit eingesetzt wird.

Erstellt: 09.12.2013, 22:58 Uhr

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