Der Triumph der Lüge

Die publizierten Mails von Donald Trump Jr. stärken den Verdacht über mutmassliche Absprachen mit dem Kreml zur Schädigung der Kandidatur von Hillary Clinton.

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In der Geschichte der US-Präsidentschafts-Skandale – vom Einbruch ins Watergate-Gebäude bis zu George W. Bushs Intervention im Irak – gab es stets Momente, die im Nachhinein als Schlüsselereignisse gewertet werden. Vielleicht verhält es sich so mit den E-Mails von Donald Trumps Sohn Donald Jr.

Nach den wuchernden Spekulationen über ­mutmassliche Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfstab und dem Kreml zur Schädigung von Hillary Clintons Kandidatur stärken die publizierten Mails diesen Verdacht. Denn sie zeigen die Bereitschaft des Teams Trump, sich russischer Hilfe beim Kampf gegen die Demokratin zu bedienen.

Die Demokraten ihrerseits fischten 2016 in der Ukraine ein ­wenig im Trüben, um Munition gegen Trumps damaligen Wahlkampfmanager Paul Manafort aufzutreiben. Niemand in der Ukraine aber hackte demokratische E-Mails. Und es war Donald Trump, der den Kreml aufforderte, mehr Clinton-Mails zu hacken.

Ermittlungen werden weiter intensiviert

Nun also steckt das Weisse Haus in einer schweren Krise. Die politische Agenda des Präsidenten gerät jetzt noch mehr in Bedrängnis. Zumal die Ermittlungen diverser Kongressausschüsse sowie von Sonderermittler Robert Mueller weiter intensiviert werden.

Noch türmen sich nach den russischen Verwicklungen von Donald Trumps älterem Sohn neue Fragen auf: Was wusste der Präsident von den Bemühungen seines Stabs? Gibt es noch mehr Begegnungen der seltsamen Art wie jene im Trump Tower im Juni 2016?

Die Antworten stehen aus, schon jetzt aber gibt es keinen Zweifel daran, dass das Wort Donald Trumps und seiner Mitstreiter nichts wiegt. Wie der Sohn, der sich seit Samstag von einer Lüge zur nächsten hangelte, log auch der Vater, sind auch seinen Bekundungen in der Russland-Affäre nicht zu trauen.

Gewiss wird mehr zum Vorschein kommen – und sicherlich wird mehr gelogen, verschleiert und verharmlost werden. Nicht nur vom Weissen Haus, sondern auch in den seichten medialen Seitenarmen, ­wo «l’affaire russe» stets nur als Verschwörungs­theorie abgetan wurde, frei erfunden von den Gegnern Donald Trumps. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.07.2017, 21:02 Uhr

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