«Der absolute Albtraum»

Forscher versuchen das Ausmass der Ölkatastrophe zu beschreiben. Unter ihnen Phillipe Cousteau, der im Golf von Mexiko auf Tauchgang war. Danach zeigte er sich schockiert.

Vom Ausmass der Verschmutzung schockiert: Phillipe Cousteau.

Vom Ausmass der Verschmutzung schockiert: Phillipe Cousteau.

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Sein Grossvater, der legendäre Meeresforscher Jacques Cousteau, wäre entsetzt gewesen: Was Philippe Cousteau Jr. bei einem Tauchtrip im Golf von Mexiko zu Gesicht bekam, beschrieb er schlicht als «absoluten Albtraum». «Da gibt es ein Gemisch aus Öl und chemischen Zersetzungsmitteln», sagte der Enkel des verstorbenen französischen Forschers dem Sender CNN. Wie befürchtet konzentriere sich diese «giftige Suppe» nicht nur an der Wasseroberfläche - selbst in mehreren Metern Tiefe seien Wolken von immer kleineren Partikeln um ihn «herumgewabert». Die Lage im Golf von Mexiko sei «sehr, sehr alarmierend», sagte er.

Cousteau und sein Team bereiteten ihren Tauchgang drei Wochen lang vor und trugen bei dem Trip schwere Tauchanzüge und Helme. «Unter Wasser diese Ölpest zu sehen und zu wissen, dass sich die Vergiftung über hunderte Meilen ausbreitet, war eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens», schreibt Cousteau in seinem Internet-Blog. «Würden mein Vater und mein Grossvater noch leben, hätten sie das auch getan und wären ebenso schockiert gewesen wie ich.» Zum Versuch des Ölkonzerns BP, das lecke Bohrloch nun mit einer Art Schlammkanone zu verschliessen, schreibt er weiter: «Auch wenn es ihnen morgen gelingen sollte, den Ölfluss zu stoppen, wird sich das bereits ausgetretene Öl noch weiter verbreiten.» Er könne nur hoffen, dass die Lektion aus der Katastrophe angekommen sei.

Seltene Fischarten sind bedroht

Auch Eric Hoffmayer, Biologe an der University of Southern Mississipi ist gemäss CNN von den Folgen der BP-Ölkatastrophe für die Ökologie im Golf von Mexiko entsetzt. Das auslaufende Öl sei in eine Strömungszone gelangt, die das Öl Richtung Süden nach Kuba und an Florida vorbei bis in den Atlantik tragen werde.

Diese Strömung sei nicht nur einer der zwei bekannten Laichgrunde des Blauflossen-Thunfischs. Der andere befindet sich im Mittelmeer. Die Bestände dieses Thunfisches seien in den letzten Jahren wegen Überfischung bereits um rund 80 Prozent zurückgegangen. Jetzt seien die Thunfischlarven, die sich in der obersten Wasserschicht bewegen, stark gefährdet.

Das Öl wirke sich, so Hoffmayer weiter, auch auf den grössten Fisch der Welt aus: den seltenen Walhai. Die von der Katastrophe betroffene Region sei für diese Art normalerweise ein wichtiger Futterplatz.

(mt)

Erstellt: 27.05.2010, 23:17 Uhr

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