Der vereitelte Angriff auf die Brandstifterin

Usaamah Rahim wollte die prominente Muslimkritikerin Pamela Geller enthaupten. So weit kam Rahim aber nicht.

Wortführerin gegen den Islam: Pamela Geller war das Ziel eines gescheiterten Terroranschlags.

Wortführerin gegen den Islam: Pamela Geller war das Ziel eines gescheiterten Terroranschlags. Bild: Keystone

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Usaamah Rahim wurde am Dienstag von der Polizei erschossen, nachdem er mit einem Militärmesser auf fünf Beamte losgegangen war. Nach Polizeiangaben hatte er sich geweigert, seine Waffe niederzulegen. Im Zusammenhang mit seiner Erschiessung wird auch gegen einen mutmasslichen Komplizen ermittelt. Die Staatsanwaltschaft in Boston (Massachusetts) wirft dem 25-jährigen David Wright vor, über Attentatspläne von Rahim vollständig informiert gewesen zu sein. Wright habe Rahim veranlasst, sein Smartphone und seine Computerdateien zu zerstören, um mögliche Ermittlungen gegen ihn zu erschweren. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250'000 Dollar.

Wright erzählte der Bundespolizei FBI, Rahim habe ursprünglich eine andere Zielperson in einem anderen Bundesstaat enthaupten wollen. Am Dienstagmorgen gegen 5 Uhr habe Rahim ihn aber angerufen und ihm gesagt, dass er die «Jungs in Blau» angreifen werde, womit er die Polizisten gemeint habe.

Wasser auf die Mühlen von Geller

Gemäss dem TV-Sender CNN habe Rahim ursprünglich die Aktivistin Pamela Geller töten wollen. Geller ist in den USA landesweit als Bloggerin und Hetzerin gegen Muslime bekannt. Sie ist zudem Mitgründerin von Stop Islamization of America sowie Präsidentin von American Freedom Defense Initiative (AFDI), beides anti-islamische Organisationen. Im Mai hatten zwei Männer versucht, einen Anschlag auf eine von der AFDI organisierten Ausstellung von Mohammed-Karikaturen in Garland (Texas) zu verüben. Das Vorhaben der Angreifer misslang: Vor dem Eingang verletzten sie einen Wachmann, daraufhin erwiderte ein Polizist das Feuer und tötete die beiden schwer bewaffneten Männer.

Der Vorfall in Garland war Wasser auf die politischen Mühlen von Geller, die in rechts-populistischen Kreisen in den USA auf eine grosse Anhängerschaft zählen kann. Seither beschäftige sie eine «Armee von Sicherheitsleuten», sagte die 56-Jährige gegenüber CNN. «Das alles braucht es, nur um im Jahr 2015 in Amerika einige Cartoons zu zeigen. Das ist verheerend. Wenn wir bei einer solchen Sache aufgeben, was geben wir als nächstes auf?» ärgerte sie sich im US-Nachrichtensender. Geller liess die Chance nicht ungenutzt, um auf ihre Parolen aufmerksam zu machen. «Das ist eine Machtprobe für die amerikanische Freiheit. Werden wir der Barbarei standhalten oder werden wir vor ihr kapitulieren?»

Wilders will Mohammed-Bilder zeigen

Zu jener Ausstellung in Texas wurde auch der holländische Politiker Geert Wilders als Redner eingeladen. Der Rechtspopulist und Anti-Islamist will jetzt Cartoons über den Propheten Mohammed aus Garland im holländischen TV zeigen, wie die BBC berichtet. «Terroristen müssen begreifen, dass sie nie gewinnen werden und wie wichtig die Redefreiheit in Holland ist,» begründete Wilders, Präsident der Freiheitspartei PVV (Partij voor de Vrijheid), sein Vorhaben.

Der 51-Jährige hat in der Vergangenheit immer wieder seine Abneigung gegenüber dem Islam ausgedrückt und verlangt, den Koran in Holland zu verbieten.

(fal/AFP)

Erstellt: 04.06.2015, 10:53 Uhr

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