Hintergrund

Die Favoritinnen hinter Hillary Clinton

Mit allen Mitteln versuchen die Demokraten in den USA Hillary Clinton zu einer Präsidentschaftskandidatur zu bewegen. Spannend ist auch die Frage, was passiert, wenn sich die 65-Jährige dagegen entscheidet.

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Sie gilt als demokratische Hoffnung für die US-Präsidentschaftswahl 2016 – sollte sie sich denn für eine Kandidatur entscheiden. Neben dem Drängen ihrer Parteikollegen könnte eine aktuelle Umfrage von Public Policy Polling (PPP) in Iowa die 65-Jährige zu diesem Schritt ermuntern: Dort würden 71 Prozent der ehemaligen Präsidentengattin ihre Stimme geben, 12 Prozent würden sich für Vizepräsident Joe Biden aussprechen. Bei den Republikanern steht Rand Paul mit 18 Prozent an oberster Stelle, dicht gefolgt von Chris Christie (16 Prozent) und Paul Ryan (15 Prozent).

Die Hoffnung der Demokraten in Clinton kommt nicht von ungefähr. Sie verfügt über langjährige und breite politische Erfahrung, kann auf grosse Unterstützung der Arbeiterklasse zählen und hat als US-Aussenministerin so viele Krisensituationen gemeistert wie nur wenige andere Figuren auf der US-Politbühne. Trotzdem ist ihr grösster Trumpf ein anderer: ihr Geschlecht. Die Unterstützung von Frauen aus allen politischen Lagern wäre ihr gewiss. Genauso wie diese von jenen, die eine erste Frau an der Spitze der USA sehen wollen, schreibt die «Washington Post».

16 Prozent für Warren

Umso interessanter ist die Frage, was passiert, wenn sich Clinton gegen eine Kandidatur entscheidet – und welche Person die Partei dann auf ihren Schild heben würde. Womöglich Elizabeth Warren. Mit fünf Prozent nimmt sie in der PPP-Umfrage immerhin Platz drei ein. Wäre Clinton aus dem Rennen, würden sogar 16 Prozent der 64-jährigen Demokratin aus Massachusetts ihre Stimme geben, Biden käme auf 51 Prozent. Erst im letzten Jahr wurde Warren in den Senat gewählt – am 3. Januar trat sie ihr Amt an. Zuvor arbeitete sie als Juristin und beriet die Regierung Obama in Verbraucherschutzfragen.

Würden Clinton sowie Biden nicht im Präsidentenkarussell mitmischen, stünden die Chancen für Warren sogar sehr gut: Mit 20 Prozent würde sie dann im demokratischen Lager an der Spitze der PPP-Umfrage stehen.

«Ein zierliches blondes Girlie»

In diesem Szenario fällt ein weiterer weiblicher Name in den oberen Rängen: die New Yorker Senatorin Kirsten Gillibrand. Die 46-Jährige käme auf sieben Prozent der Stimmen. Gillibrand schloss 1991 ihr Studium der Rechtswissenschaften in Los Angeles ab. 2006 wurde sie in den Kongress gewählt und drei Jahre später zur Nachfolgerin von Hillary Clinton im Senat ernannt. Dort amtete sie vorübergehend als jüngstes Mitglied.

Aufgrund ihres Alters und wohl auch wegen ihres guten Aussehens hat die Mutter von zwei Kindern auf der US-Politbühne oftmals mit Vorurteilen zu kämpfen. Erst kürzlich wurde sie in einem Bericht von National Public Radio (NPR) als «zierliches blondes Girlie mit einer weichen Stimme» beschrieben.

16 Frauen im Senat

Die Resultate der Umfrage müssen zum jetzigen Zeitpunkt, wo das erste Amtsjahr von Barack Obama noch nicht einmal vorbei ist, mit Vorsicht betrachtet werden. Trotzdem zeigen sie eines: Bei den Wahlen 2016 gibt es mit Clinton und Warren zwei mögliche weibliche Spitzenreiterinnen bei den Demokraten. Eine dritte steht mit Gillibrand in den Startlöchern.

Die Unterstützung für weibliche Demokraten ist gross. Ein Beispiel dafür ist die Kampagne «Madam President» die von Emily's List lanciert wurde. Die Organisation sammelt Geld für den Wahlkampf von Frauen bei den Demokraten. «Es ist nicht so, dass ich die Qualifikation dieser Frauen erfinde», sagt Geschäftsführerin Stephanie Schriock gegenüber der «Washington Post» und verweist dabei auf die 16 Sitze im Senat, die von Politikerinnen aus beiden politischen Lagern besetzt sind.

Republikaner hinken hinterher

Ein Blick auf die Liste von Schriock zeigt weitere Politikerinnen, die man in den kommenden Monaten im Auge behalten sollte. Da fällt der Name Jeanne Shaheen, Senatorin von New Hampshire, welche als erste Frau gleichzeitig im Senat sass und als Gouverneurin amtete. Später tat ihr das Amy Klobuchar aus Minnesota gleich.

Bei der geballten Ladung Weiblichkeit bei den Demokraten hinken die Republikaner kräftig hinterher. Dort spielen auf nationaler Ebene die beiden prominenten Figuren Sarah Palin und Michele Bachmann die grösste Rolle.

Erstellt: 15.07.2013, 14:23 Uhr

Elizabeth Warren

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