Die Goldgräberin

Melania Trump kommt von weit unten – und findet sich in einer Höhe wieder, die sie kaum wollte.

Was Melania Trump von ihrem Leben wollte und wie sie nun empfindet, weiss nur sie allein. Foto: Reuters

Was Melania Trump von ihrem Leben wollte und wie sie nun empfindet, weiss nur sie allein. Foto: Reuters

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Sie ist Melania aus dem Block. Einem Betonblock in Ex-Jugoslawien, um genau zu sein. Dort hat die wohl ungewöhnlichste First Lady in der Geschichte der USA ihre Kindheit und Jugend verbracht. Dort wollte sie aber nicht bleiben. Stattdessen zog sie aus, um ihr Glück zu finden, also einen reichen Mann. Was kann dabei schon schiefgehen? Einiges, das dürfte sie inzwischen selbst gemerkt haben. Jedenfalls macht sie bei öffentlichen Auftritten nicht mehr nur den Eindruck eines geheimen Lidschatten-Reservoirs.

Dennoch machen sich die sozialen Medien über Melanias verkrampfte Auftritte lustig. Während des Frauenmarsches am Wochenende war auf Schildern «Free Melania» zu lesen oder: «Blinzle zweimal, wenn du Hilfe brauchst.» Was Melania von ihrem Leben wollte und wie sie nun empfindet, weiss nur sie allein. Doch abgesehen von ihrer Person steht sie für einen Typus, den der Goldgräberin. Das sind Frauen, die sich reiche Männer für ihr Auskommen angeln. Sie nehmen in Kauf, mit einem gigantischen Ego und Ekel verheiratet zu sein und als Trophäe behandelt zu werden. Dafür können sie alle Annehmlichkeiten des Reichtums geniessen. Haben sie ihre reproduktive Schuldigkeit getan und im besten Fall einen Sohn geworfen, können sie sich ihren Haaren und dem Shopping widmen, vielleicht auch dem einen oder anderen Liebhaber, während die Nanny sich ums Baby kümmert. Kein schlechter Plan. Es sei denn, der Gatte habe nicht nur ein grosses, sondern ein gigantisches Ego. Und werde US-Präsident.

Das aber kann keine Goldgräberin wollen. Der Druck, die permanente Beobachtung von aussen, die Häme dafür, dass sie eben doch bloss eine Trophäe ist – und ihr Gatte das auch gar nicht zu kaschieren versucht –, ist keine beneidenswerte Ausgangslage. Auch das Leben mit Reichen hat seinen Preis.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.01.2017, 20:06 Uhr

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