«Die USA werden Israel nicht enttäuschen»

US-Aussenminister John Kerry versicherte Israel in Bezug auf das iranische Atomprogramm die Unterstützung der USA zu. «Sie haben mein Wort», versprach er vor einer proisraelischen Organisation in Washington.

«Wir werden keine Atomwaffen im Iran zulassen»: US-Aussenminister John Kerry spricht zur proisraelischen Organisation AIPAC. (3. März 2014)

«Wir werden keine Atomwaffen im Iran zulassen»: US-Aussenminister John Kerry spricht zur proisraelischen Organisation AIPAC. (3. März 2014) Bild: Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Streit um das iranische Atomprogramm hat US-Aussenminister John Kerry Israel die volle Unterstützung der USA zugesichert. Bei den Verhandlungen gehe es darum, Teheran zu testen, sagte Kerry in einer Rede vor der proisraelischen Lobby-Organisation AIPAC.

«Und Sie können sicher sein: Wenn der Iran diesen Test nicht besteht, wird Amerika Israel nicht enttäuschen», sagte Kerry. Die USA werden Israel «jeden Tag der Woche und jeden Schritt des Weges» begleiten.

Kerry gab sein Versprechen, dass mit dem Iran eine Vereinbarung über dessen Atomprogramm nur unter drei Bedingungen unterzeichnet werde: Erstens müsse der Bau von Nuklearwaffen ausgeschlossen und zweitens langfristig gesichert sein, dass Teheran nur friedliche Absichten verfolgt. Drittens müsse das Programm durchschaubarer werden, damit die USA rechtzeitig reagieren könnten, falls der Iran doch eine Bombe entwickle.

«Sie haben mein Wort», sagte Kerry, «die Vereinigten Staaten werden nur ein Abkommen unterschreiben, das diese drei kritischen Fragen richtig beantwortet.»

Gefahr eines Wettrüstens

Eine Nuklearwaffe in den Händen Teherans würde ein gefährliches Wettrüsten in der Region lostreten, sagte Kerry. «Wir werden das nicht zulassen – Punkt, Ende der Geschichte.»

Zwar sollte man die Chancen der Diplomatie nutzen. Bei einem Scheitern könnten die seit dem Übergangsabkommen vom November teilweise gelockerten Sanktionen aber jederzeit verschärft werden. «Es wird nur etwa zwei Stunden dauern, das durch das Abgeordnetenhaus und den Senat zu bekommen», versicherte Kerry.

Obamas Verpflichtung gegenüber Israel sei «unerreicht», sagte Kerry. Mit der «ganzen Kraft» der amerikanischen Diplomatie wolle dieser die zwei wichtigsten Sicherheitsfragen Israels beantworten – einen nuklear bewaffneten Iran verhindern und den Konflikt mit den Palästinensern beilegen.

Obama hatte am Montag den israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu im Weissen Haus empfangen und auf die Kompromissbereitschaft von Israelis und Palästinensern gedrängt.

Mächtige Lobbyorganisation

Das American Israel Public Affairs Committee gilt als mächtigste Lobby israelischer Interessen in den USA. In der Organisation mit Sitz in Washington engagieren sich etwa 100'000 Aktivisten, Juden und Nicht-Juden, über Parteigrenzen hinweg für die Festigung der Verbindungen beider Länder.

AIPAC setzt sich unter anderem für die finanzielle Unterstützung der USA an Israel ein. Seit der Gründung Israels flossen mindestens 118 Milliarden Dollar. 2012 hatte Obama selbst bei der jährlichen AIPAC-Konferenz gesprochen, 2013 vertrat ihn Vizepräsident Joe Biden. Netanyahu sollte dort am Dienstag sprechen. (chk/sda)

Erstellt: 04.03.2014, 03:51 Uhr

Artikel zum Thema

Iran testet zwei neue Raketen

Kurz vor neuen Verhandlungen über sein Atomprogramm sorgt der Iran für Zündstoff: Er startete je eine Lang- und eine Kurzstreckenrakete. Die Tests verliefen laut Präsident Hassan Rohani erfolgreich. Mehr...

«Wir werden unsere Freunde verteidigen»

John Kerry hat in Davos die ungebrochene Verpflichtung Amerikas für Frieden und Prosperität in der Welt bekräftigt. Unmissverständliche Warnungen richtete der US-Aussenminister an Iran und Syrien. Mehr...

Rohani will die Tür zum Westen ganz aufstossen

Der iranische Präsident hat in Davos versichert, dass sein Land keine Atombombe wolle. Im Gegenteil: Der Iran wolle friedliche Beziehungen zu allen Ländern. Ja, fast allen, wie sich dann herausstellte. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Hoher Blutdruck: Senken Sie das Risiko

Ein zu hoher Blutdruck kann gefährlich werden. Vor allem, wenn er lange nicht erkannt wird. Die jährliche Blutdruckmessung in der Rotpunkt Apotheke hilft mit, die Risiken zu senken.

Blogs

Beruf + Berufung Durchgestartet als alleinerziehende Mutter

Geldblog Sind Genossenschafts-Investitionen sicher?

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Feuerschweif: Eine Spezialeinheit demonstriert am Indian Navy Day in Mumbai ihr Können. (4. Dezember 2019)
(Bild: Francis Mascarenhas) Mehr...