«Es wäre besser gewesen, man hätte Bin Laden lebend erwischt»

Der Tod Osama Bin Ladens löst bei den Lesern von Tagesanzeiger.ch/Newsnet unterschiedliche Gefühle aus: Während die einen vor Erleichterung jubeln, zeigen sich andere besorgt.

Die Folgen von Osama Bin Ladens Tod werden kontrovers diskutiert: Ein Mann schaut sich die Nachrichtenmeldung an.

Die Folgen von Osama Bin Ladens Tod werden kontrovers diskutiert: Ein Mann schaut sich die Nachrichtenmeldung an. Bild: Keystone

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Viele Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet beglückwünschen die USA zum vermeintlichen Ende zumindest einer Ära des islamistischen Terrors: «Ich freue mich zusammen mit den Amerikanern», schreibt Peter Müller.

«Ist der Krieg nun zu Ende?», fragt sich Marc Peer und deutet damit die Erwartung vieler an, dass Barack Obama nun die US-Truppen aus Afghanistan abzieht.

«Nicht das Ende des Terrorismus»

Doch nicht alle teilen die Begeisterung, zu gross ist die Angst vor erneuten Terroranschlägen. Peter Klein ist überzeugt: «Osama Bin Ladens Tod ist nicht automatisch das Ende des Terrorismus. Man kann davon ausgehen, dass al-Qaida an den Amerikanern Rache nehmen wird. »

Einige Kommentatoren äussern sich kritisch zu der Vorgehensweise der US-Spezialeinheit und des pakistanischen Geheimdienstes nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad: «Für den Kampf gegen den Terrorismus wäre es besser gewesen, man hätte Bin Laden lebend erwischt. Er hätte unglaublich wertvolle Informationen preisgeben können», gibt Parvaneh Ferhad zu bedenken.

Alles nur Strategie?

Bruno Waldvogel-Frei hinterfragt den Zeitpunkt des militärischen Manövers und vermutet dahinter vor allem einen strategischen Schachzug der amerikanischen Regierung: «Obama steht vor dem Wahlkampf, sein Image ist auf dem Tiefpunkt. Er braucht dringend Erfolgsmeldungen. Dass Bin Laden gerade jetzt erschossen wird, macht mich skeptisch. Vermutlich wusste man schon lange, wo er steckt».

Johannes Samuel Meier pflichtet ihm bei: «Damit hat Bin Laden wohl mit seinem, wenn auch letzten, Auftritt die Wiederwahl eines US-Präsidenten gesichert. Für eine Weile werden die Wähler die Finanzkrise, Arbeitslosigkeit und das Budgetdefizit vergessen und Obama als den Präsidenten wahrnehmen, der den Staatsfeind Nummer eins zur Strecke brachte.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.05.2011, 12:59 Uhr

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