«Gipfel der Verantwortungslosigkeit»

Das US-Verteidigungsministerium warnt die Enthüllungsplattform WikiLeaks eindringlich vor der Veröffentlichung weiterer Dokumente über den Krieg in Afghanistan.

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Ein solcher Schritt wäre der «Gipfel der Verantwortungslosigkeit», sagte Pentagonsprecher Geoff Morrell am Donnerstag. Auch Menschenrechtsgruppen und die internationale Organisation «Reporter ohne Grenzen», die sich weltweit für Pressefreiheit einsetzt, kritisierten WikiLeaks. Wie das Pentagon warnten auch sie vor einer Gefährdung von Menschenleben in Afghanistan.

WikiLeaks hatte Ende Juli mehr als 76'000 Seiten geheimer Kriegsaufzeichnungen aus Afghanistan publik gemacht. Am Donnerstag kündigte der Chef des Portals, Julian Assange, die Veröffentlichung von 15'000 weiteren Dokumenten an. Einen Zeitpunkt für die Veröffentlichung nannte Assange nicht.

Morrell bezeichnete das Verhalten von WikiLeaks als einen Fehler, der bereits zu viele Menschenleben in Gefahr gebracht habe. Das einzig verantwortungsvolle Vorgehen wäre es, «alle gestohlenen Dokumente von ihrer Website zu entfernen und alles geheime Material aus ihren Computern zu löschen», zitierte der Sender CNN den Sprecher.

«Unglaublich verantwortungsloses Verhalten»

Die Gruppe «Reporter ohne Grenzen» warf Assange in einem Offenen Brief «unglaublich verantwortungsloses Verhalten» vor. WikiLeaks habe in der Vergangenheit wiederholt eine nützliche Rolle gespielt, indem etwa Bürgerrechtsverstösse der einstigen Bush-Regierung im Antiterrorkrieg offengelegt worden seien. «Aber die Identität von hunderten Menschen zu enthüllen, die mit der Koalition in Afghanistan zusammengearbeitet haben, ist höchst gefährlich», heisst es in dem Brief weiter.

Die Menschenrechtsorganisationen, darunter Amnesty International, forderten WikiLeaks auf, mehr zu tun, um Namen aus den Dokumenten zu entfernen. Man habe bereits «die negativen, manchmal tödlichen Folgen für jene Afghanen erlebt, von denen bekanntgeworden ist, dass sie mit den internationalen Streitkräften zusammenarbeiten und mit ihnen sympathisieren», heisst es nach Angaben des «Wall Street Journals» in einem Brief an die Betreiber der Plattform. (raa/sda)

Erstellt: 13.08.2010, 17:45 Uhr

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