Internationale Presse sieht Biden gegen Palin als Punktsieger

Nach der TV-Debatte kommen die angelsächsischen Medien fast einhellig zum Schluss: Joe Biden geht als Gewinner hervor. Seine Widersacherin Sarah Palin hat sich aber wacker geschlagen.

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Nach Auffassung der «New York Times» hat die Debatte der beiden Vizepräsidentschaftskandidaten nicht den erhofften Wendepunkt für die Republikaner gebracht; immerhin aber sei die auf dem nationalen Politparkett unerfahrene Palin nicht untergegangen, wie dies viele aus dem konservativen Lager befürchtet haben. «Ihr kratzbürstiger und beherzter Auftritt dürfte den Konservativen neuen Mut geben, nachdem die anfängliche Ekstase vieler in Verzweiflung gemündet hatte.»

Für die «Washington Post» war Palin gut, aber Biden besser. Der Demokrat habe präziser auf die Fragen des Moderators geantwortet als Palin. Ihm sei es aber nicht gelungen, seine Widersacherin auf die Bretter zu schicken. Vielmehr habe er es tunlichst vermieden, Palin direkt anzugreifen, sondern habe seine Attacken auf Präsidentschaftsanwärter John McCain konzentriert. Palin könne nach ihrem Auftritt immerhin darauf hoffen, ihre Popularität, die sich derzeit im freien Fall befinde, etwas zu stabilisieren.

Das «Wall Street Journal» (WSJ) sah eine selbstsichere, volkstümliche Governeurin Palin, die angriffig auftrat und sich gegen Senator Biden gut schlug. Palin sei – entgegen der Erwartung vieler - kein schlimmer Patzer unterlaufen. Aber ihren Hang, Fakten zu zitieren, hätten den Anschein gemacht, sie habe vieles auswendig gelernt. Für das «WSJ» hat die Debatte denn auch gezeigt, dass Senator Biden über tiefere Kenntnisse in den meisten Politfeldern verfügt als seine republikanische Widersacherin, so insbesondere in der Aussenpolitik.

Laut dem britischen «Economist» war der Auftritt von Palin «mittelmässig». Good News für McCain sei, dass Palin selbstsicher und bestimmend auftrat und ihr keine grossen Fehler unterlaufen seien. Bad News sei allerdings, dass bereits ein mittelmässiger Auftritt von ihr als Good News zähle. Biden im Gegenzug habe eine starke und disziplierte Performance hingelegt. Besser gefallen hat Palins Auftritt dem «Guardian»: Palin habe es mit ihrem bodenständigen und schlagkräftigen Auftritt ihren Kritikern gezeigt. Sie sei viel überzeugender aufgetreten als zuletzt in einigen desaströsen TV-Interviews, so die britische Tageszeitung.

Erste Umfragen sehen den demokratischen Vizepräsidentschaftsanwärter Joe Biden als Sieger des TV-Duells. 51 Prozent der TV-Zuschauer sagten nach der Ausstrahlung, Biden habe den besseren Job gemacht als Palin, wie eine Blitzumfrage von CNN nach der Sendung ergab. Nur 36 Prozent stimmten für Sarah Palin. 53 Prozent trauen dem 65-jährigen Demokraten zudem eher zu, einen Wandel herbeiführen zu können als der 20 Jahre jüngeren Gouverneurin aus Alaska. Ein Wermutstropfen für Palin: Immerhin 84 Prozent des Publikums fanden, Palin habe sich besser geschlagen als erwartet.

(dvp)

Erstellt: 03.10.2008, 13:30 Uhr

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