Journalisten werfen den USA Intoleranz vor

Die Internationale Journalisten-Föderation (IFJ) hat die Reaktion der USA auf die Enthüllungen von Wikileaks scharf kritisiert. Besonders in einem Punkt verteidigt sie das Vorgehen von Julian Assange.

Über die Veröffentlichung der Dokumente wollte sich der IFJ nicht äussern: Sie Seite von Wikileaks.

Über die Veröffentlichung der Dokumente wollte sich der IFJ nicht äussern: Sie Seite von Wikileaks. Bild: Keystone

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Die Internationale Journalisten-Föderation (IFJ) reagiert auf die Vorwürfe der USA: Die Reaktion auf die Veröffentlichung vertraulicher Depeschen des US-Aussenministeriums auf dem Enthüllungsportal Wikileaks sei «verzweifelt und gefährlich», erklärte der IFJ-Generalsekretär Aidan White am Donnerstag in Brüssel.

Er kritisierte auch die «politische Kampagne» gegen den Mitbegründer von Wikileaks, Julian Assange, und den Obergefreiten Bradley Manning, der dem Enthüllungsportal die Dokumente zugespielt haben soll.

«Ein Geist von Intoleranz»

Die Mordaufrufe gegen Manning und die Spionagevorwürfe gegen Assange zeugten «von einem Geist der Intoleranz und der Verfolgung, die nicht nur für diese beiden Männer gefährlich ist, sondern für alle Journalisten, die über politische und diplomatische Affären recherchieren», kritisierte White.

Der IFJ äusserte sich nicht zu der Veröffentlichung der Dokumente selbst, begrüsste jedoch die Entscheidung von Wikileaks, anerkannte Medien zu benutzen, um die Informationen auszuwerten. Der Vorwurf, es würden dadurch Leben in Gefahr gebracht, sei nicht haltbar, erklärte White. (mrs/sda)

Erstellt: 03.12.2010, 00:02 Uhr

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