Kanada lässt niemanden mehr aus Ebola-Gebieten einreisen

Nach Australien will nun auch Kanada keine Einreise-Visa mehr für Bürger aus Westafrika ausstellen. Die Regierung begründet diesen Schritt damit, dass die Sicherheit der kanadischen Bürger an oberster Stelle stehe.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen in Kanada und in den USA: Am Flughafen von Chicago wird ein Mann untersucht, der aus Sierra Leone anreiste.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen in Kanada und in den USA: Am Flughafen von Chicago wird ein Mann untersucht, der aus Sierra Leone anreiste. Bild: Keystone

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Aus Angst vor Ebola-Fällen im Land hat nach Australien nun auch Kanada die Einreisemodalitäten für Menschen aus Westafrika verschärft. Einwohner und Staatsbürger aus Nationen, in denen das tödliche Virus «weit verbreitet» sei, bekämen vorübergehend keine Visa mehr, um nach Kanada einzureisen, teilte die kanadische Regierung mit. Zu den am stärksten von Ebola betroffenen Staaten zählen Liberia, Sierra Leone und Guinea, wo bislang knapp 5000 Menschen im Zuge der Epidemie starben.

Kanadier - unter ihnen auch medizinische Helfer in den Regionen - dürften dagegen aus den westafrikanischen Ländern zurückreisen, erklärte die Regierung von Ministerpräsident Stephen Harper. Reisende aus Westafrika gibt es in dem nordamerikanischen Land nur wenige, weil es keine Direktflüge zwischen den Staaten gibt. Ebola-Fälle sind bislang keine in Kanada aufgetreten.

«Oberste Priorität ist, die Kanadier zu schützen»

Nach Angaben mehrerer Minister unternehme die politische Führung alles, um im Interesse ihrer Staatsbürger zu handeln. «Die oberste Priorität ist, die Kanadier zu schützen», erklärte Gesundheitsministerin Rona Ambrose. Nach Regierungsangaben wird es auch weiterhin Kontrollen für andere Einreisende geben.

Ein ähnlicher Schritt Australiens erntete kürzlich die Kritik der Direktorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Margaret Chan. Man werde die Ausbreitung des Ebola-Virus nicht durch das Schliessen von Grenzen stoppen, sagte Chan am Donnerstag.

Eindeutige Kritik an der Bekanntgabe Kanadas kam von Bündnispartnern zunächst keine. Ein US-Regierungsbeamter stellte lediglich fest, dass Kanada weiterhin ein wichtiger Partner im Kampf gegen Ebola sei. Ähnlich äusserte sich UN-Sprecher Stéphane Dujarric. Er wies jedoch ebenfalls darauf hin, dass sich die Vereinten Nationen «gegen eine Isolierung der drei am stärksten beeinflussten Länder und eine Stigmatisierung ihrer Bürger» ausspreche. (kpn/sda)

Erstellt: 01.11.2014, 06:51 Uhr

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