Logo-Spott für Hillary Clinton

Blaues H mit einem roten Pfeil nach rechts: Viel diskutiert wird seit dem offiziellen Startschuss der Kampagne Clintons Wahlkampflogo.

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Seit Sonntag, 15 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste, hat Hillary Clinton einen Facebook-Account. Vier Stunden später hatten bereits mehr als eine halbe Million Nutzer «gefällt mir» geklickt, und mehr als eine Million hatten ihr erstes Wahlkampfvideo aufgerufen. Kein schlechter Einstieg. Allerdings ist die frischgebackene Kandidatin für die Präsidentschaftswahl 2016 auch kein Neuling in den sozialen Netzwerken. 3,27 Millionen Menschen folgen ihr auf Twitter, die Accounts ihrer Konkurrenten wirken dagegen winzig: Jeb Bush, Bruder und Sohn zweier Ex-Präsidenten, hat 176.000 Follower, Rand Paul immerhin 593.000.

Twitter und Facebook sind längst zu entscheidenden Instrumenten eines erfolgreichen Wahlkampfs geworden. Folgerichtig heuerte Clinton letzte Woche Stephanie Hannon, ehemalige Chefin des Google-Produktmanagements, als technische Leiterin ihrer Kampagne an. Ob sie bereits etwas mit dem neuen Facebook-Auftritt der ehemaligen US-Aussenministerin zu tun hat, ist nicht bekannt. Die Seite ist jedoch wohlüberlegt aufgesetzt: In der Timeline finden sich alle wichtigen Stationen Clintons, von ihrer Zeit als Anwältin über ihr Engagement für Frauenrechte bis hin zu ihrer Unterstützung Barack Obamas im letzten Wahlkampf und der Geburt ihrer Enkelin.

Auf Twitter war die Ankündigung Clintons, Präsidentin werden zu wollen, lange erwartet worden. Überrascht war man lediglich, dass Clinton über ihr Wahlkampfteam zuerst das Video veröffentlichte und erst dann twitterte, dass sie in das Rennen um die Präsidentschaft einsteige. «Typische Amerikaner brauchen einen Champion, und ich will dieser Champion sein», liess sie ihre Follower wissen. Drei Millionen Mal wurde dieser Tweet binnen einer Stunde gesehen. 7000 Tweets pro Minute wiesen in der folgenden halben Stunde den Hashtag #Clinton auf. Zum Vergleich: Als Ted Cruz seine Bewerbung um das Präsidentenamt bekannt gab, dauerte es 24 Stunden, bis er die Drei-Millionen-Marke knackte.

Viel diskutiert wird seit dem offiziellen Startschuss der Kampagne Clintons Wahlkampflogo, ein blaues H mit einem roten Pfeil nach rechts. Wikileaks beschwerte sich, dass der Pfeil aus dem eigenen, "innovativen" Logo "geklaut" sei. Ein anderer Nutzer vergleicht es mit einer Gefängnistür, manche sehen darin ein Symbol für einen vermeintlichen Rechtsruck der politischen Landschaft in den USA. Wieder andere halten es einfach für einfallslos: «Sieht aus wie ein Strassenschild, das den Weg zum Krankenhaus anzeigt», twittert @YousefMunayyer. «Sieht aus, wie mit MS Paint gemalt», meint ein anderer.

Eine inhaltliche Diskussion zu Clintons Kandidatur ist in den sozialen Netzen bisher kaum zu erkennen. Dabei hatte John Podesta, Clintons Wahlkampfmanager, dem eher emotionalen Tweet der Kandidatin einen thematischen an die Seite gestellt: «Arbeitende Familien unterstützen, kleine Unternehmen aufbauen, die Klimawende und saubere Energie in Angriff nehmen. Die wichtigsten Themen», twitterte er. Damit stellt Clinton erstmals ein energiepolitisches Thema in den Mittelpunkt eines Präsidentschaftswahlkampfes.

Zu Wort gemeldet haben sich mittlerweile auch Clintons republikanische Konkurrenten. Rand Paul warnt: «Eine Präsidentschaft Hillary Clintons wäre ein Desaster. Aber ich befürchte, ihre Freunde in den Medien werden nicht die Wahrheit sagen.» Diesem Tweet schloss er fünf Gründe an, weshalb Clinton nicht Präsidentin werden dürfe – unter anderem die E-Mail-Affäre und ihre Zeit als Aussenministerin der USA. Jeb Bush verlinkt indes via Twitter auf eine Unterschriftenaktion mit dem Titel «Stop Hillary».

Clinton selbst lässt künftig twittern und meldet sich persönlich ab sofort mit einem «H» vor ihren Tweets zu Wort. Seit dem Beginn ihrer Kampagne setzte ihr Team etwa einen Tweet pro Stunde ab, was Jan Bösche, Washington-Korrespondent des MDR, mit den Worten «Jetzt @HillaryClinton auf Wählerfang per Bus: Wir erfahren von jedem Tankstopp» kommentierte.

* Ernst August Ginten / LENA (Leading European Newspaper Alliance) – in Kooperation mit «Die Welt». (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.04.2015, 11:03 Uhr

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