«Mach schon, steck ihn rein, Jeb!»

Monatelang hat man gewartet, gestern nun kündigte Jeb Bush seine Kandidatur an. Und wird damit zum Zielobjekt der Alpha-Komiker.

Was er gesagt hat, wurde auf Twitter zum Hit: Jeb Bush (15. Juni 2015).

Was er gesagt hat, wurde auf Twitter zum Hit: Jeb Bush (15. Juni 2015). Bild: Keystone

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Jessica Williams, «Korrespondentin» der US-amerikanischen Nachrichtensatireshow «The Daily Show», beschäftigt sich schon lange mit Jeb Bushs Verzögerungstaktik. Sie fasste bereits Anfang des Monats in einem Satz zusammen, was sich die gesamte Medienlandschaft seit Monaten dachte: «Stick it in already, Jeb! America is more than ready to close its eyes, pretend you're Ryan Gosling.» Auf Deutsch etwa: Mach schon, Jeb! Ganz Amerika ist bereit, die Augen zu schliessen und sich vorzustellen, du wärst Ryan Gosling. Den witzig-anzüglichen Vergleich sehen Sie hier.

Williams spielte damit auf das monatelange Hinauszögern der offiziellen Ankündigung der Kandidatur an, das in den US-amerikanischen Medien kritisiert wurde. Der Grund: Nach dem offiziellen Eintreten in das Rennen ums Weisse Haus können sich Kandidaten nicht mehr so frei wie zuvor Spenden von Lobbygruppen einholen.

Jon Stewart, Moderator der «Daily Show», kommentierte Jeb Bushs Strategie ebenfalls zynisch: «Sobald man ankündigt, dass man fürs Präsidentenamt kandidiert, darf man sich nicht mehr mit den mächtigen Lobbygruppen treffen. Also erzählt man lieber den Wählern, dass man nicht kandidiert, während man die Geldgeber umgarnt. Denn die erste Regel der Politik scheint ja zu sein: Du kannst Menschen anlügen, aber niemals das Geld.»

«Stirb Langsam»-Plot auf der Website

Spass mit Bush haben nicht nur Talk-Hosts, sondern auch die Twitter-Gemeinde. Sie entdeckte den «Stirb Langsam»-Plot im Quellcode der offiziellen Jeb-Bush-Website. Die «New York Times» nahm die Story sofort in ihren News-Feed auf und nannte die Aktion einen «nicht unüblichen Scherz von Kampagnenprogrammierern». Das Thema dominierte die Twitter-Charts.

What he (actually) said

Das Source-Code-Goodie war jedoch schnell vergessen nach Bushs gestriger Rede. Ein Zitat – oder eher das leicht fehlgeschlagene Ende eines Kommentars – von Bush zu Hillary Clintons Politagenda hat auf Twitter einen Kommentarsturm ausgelöst.

Aber zunächst einmal: Was hat er eigentlich gesagt? Anschliessend an einen Kommentar auf Clintons Politagenda fügte Bush an:

«That's what she said, and I guess we should at least thank her for the warning.» Kurz übersetzt: «Das hat sie gesagt, und zumindest sollten wir ihr für die Warnung danken.»

Amüsant, denn: «That's what she said» oder noch kürzer: #TWSS ist ein beliebtes Meme im Internet, das Kommentare vom eigentlichen Kontext gelöst anzüglich klingen lässt.

Sekunden nach Bushs «That's what she said»-Kommentar stürzten sich User wie auch Journalisten auf das Zitat, das ursprünglich aus der Kultserie «The Office» stammt.

Ebenfalls in den Twitter-Charts ganz oben: #mycampaignin3words. Eine Mitmachaktion, an der die Twitter-Gemeinde seit Tagen viel Freude hat, gestartet von der Comedy-Central-Show «At Midnight» (@midnight).

What will he say? Jeb bei Jimmy Fallon

Mit Spannung wird derzeit erwartet, was heute Abend bei Talker Jimmy Fallon in der «Tonight Show» passiert. Vergangene Auftritte von Präsidentschaftskandidaten in Late-Night-Comedy-Formaten gingen mal glimpflich, mal desaströs für die Kandidaten aus – Einfluss auf die Wähler hatten sie in beiden Fällen.

Vielleicht geistert ab morgen ein neues, das Anzüglichkeits-Gender-Gleichgewicht wieder herstellendes Meme durch die Internetwelt: That's what he said – #TWHS

Nur: What will he say? (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.06.2015, 13:27 Uhr

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