Macher von Mohammed-Video bleibt in Haft

Mark Basseley Youssef wird vorgeworfen, gegen seine acht Bewährungsauflagen verstossen zu haben. Der Produzent des Schmähfilmes bleibt deshalb bis zur Beweiserhebung in Los Angeles eingesperrt.

Gegen Bewährungsauflagen verstossen: Mark Basseley Youssef bei seiner Verhaftung. (Archivbild)

Gegen Bewährungsauflagen verstossen: Mark Basseley Youssef bei seiner Verhaftung. (Archivbild) Bild: Reuters

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Der Macher des Mohammed-Schmähvideos hat vor Gericht den Vorwurf zurückgewiesen, gegen frühere Bewährungsauflagen verstossen zu haben. Der Mann muss bis zur Beweiserhebung in Haft bleiben.

Dies entschied Richterin Christina Snyder gestern in Los Angeles. Mark Basseley Youssef – auch bekannt als Nakoula Basseley Nakoula – muss damit bis am 9. November in Haft bleiben.

Das Verfahren hat nicht direkt mit dem international kritisierten Film «Die Unschuld der Muslime» zu tun, der in der islamischen Welt zu gewaltsamen Protesten mit mehr als 50 Toten führte. Vielmehr werden dem 55-Jährigen Verstösse gegen acht Bewährungsauflagen aus einer Verurteilung im Jahr 2010 zu 21 Monaten Haft wegen Bankbetrugs vorgeworfen.

Behörden nicht informiert

Zu den Auflagen von Youssef gehörten ein fünfjähriges Verbot, Computer oder Internet ohne besondere Erlaubnis des Bewährungshelfers zu nutzen. Auch durfte Youssef keine anderen Namen als seinen gesetzlichen verwenden.

Nakoula Basseley Nakoula hatte 2002 seine Namen legal in Mark Basseley Youssef geändert, die Behörden während des Betrugsverfahrens aber nicht darüber informiert. Für Betrugsdelikte mit Schecks soll er nach Behördenangaben über ein Dutzend Aliasnamen, 60 verschiedene Konten und über 600 Kreditkarten genutzt haben.

Der Staatsanwalt warf ihm jetzt vor, die Bewährungshelfer über seinen richtigen Namen belogen und trotz Verbots Aliasnamen verwendet zu haben. Unter dem Namen Sam Bacile hatte der koptische Christ den Mohammed-Schmähfilm produziert.

Kopfgeld ausgesetzt

In einem Trailer, der auf der Videoplattform Youtube veröffentlicht wurde, sieht man den Propheten als religiösen Scharlatan, Weiberhelden und Kinderschänder.

Youssef sitzt seit dem 28. September in Haft, eine Freilassung auf Kaution wurde wegen Fluchtgefahr abgelehnt. Als die gewaltsamen Proteste begannen, war er aus seinem Haus in einem Vorort von Los Angeles verschwunden und untergetaucht.

Inzwischen haben Terrorgruppen, Religionsführer und ein pakistanischer Minister Kopfgelder auf seine Ermordung ausgesetzt. (chk/sda)

Erstellt: 11.10.2012, 04:32 Uhr

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