Maduro bezeichnet Panamas Staatschef als «Lakaien-Präsident»

Venezuela bricht die diplomatischen Beziehungen zu Panama ab, nachdem dessen Präsident versuchte, eine Sondersitzung zu den Unruhen in Caracas zu organisieren.

Beleidigt Panamas Staatschef: Nicolás Maduro bei der Chavez-Gedenkveranstaltung. (5. März 2014)

Beleidigt Panamas Staatschef: Nicolás Maduro bei der Chavez-Gedenkveranstaltung. (5. März 2014) Bild: Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das von Anti-Regierungsprotesten erschütterte Venezuela hat die diplomatischen Beziehungen zu Panama abgebrochen. Hintergrund ist eine Initiative Panamas für eine Sondersitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zu den Unruhen in Venezuela.

Venezuelas linker Staatschef Nicolás Maduro beschuldigte Panamas Präsidenten Ricardo Martinelli am Mittwoch gegen Venezuela zu konspirieren. Die venezolanische Opposition kündigte indes neue Protestmärsche an. Seit Mitte Februar sind im Land bereits 18 Menschen ums Leben gekommen.

Die OAS will sich möglicherweise an diesem Donnerstag mit der Lage in Venezuela befassen, was Caracas vehement ablehnt. «Angesichts der offenen Konspiration habe ich entschieden, die politischen und diplomatischen Beziehungen mit der panamaischen Regierung abzubrechen und die Beziehungen zur Verteidigung der Souveränität (Venezuelas) auf Eis zu legen», betonte Maduro bei einer Gedenkveranstaltungen zum ersten Todestag von Hugo Chávez.

Panama überrascht

Maduro drängte OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza, er solle sich ruhig verhalten und sich nicht mit jemanden anlegen, der ihn nicht gerufen habe.

Panamas Präsident Martinelli zeigte sich «überrascht» von der Nachricht aus Caracas. «Panama strebt nur danach, dass dieses Bruderland (Venezuela) Frieden findet und seine Demokratie stärkt», schrieb der in seinem Twitter-Account. Zugleich macht er aber klar: «Panama akzeptiert von keinem Land Druck oder Beleidigungen, am wenigsten von einem, das wir als verbrüderte Nation ansehen.»

Maduro hatte Panamas Staatschef als «Lakaien-Präsident» bezeichnet, der mit den USA gemeinsame Sache mache. Das Aussenministerium Panamas wies die Vorwürfe der Einmischung sowie die «unflätige Sprache» aus Caracas zurück.

Erster Todestag von Hugo Chávez

Venezuelas Regierung hatte am Mittwoch in Caracas eine «zivil-militärische Parade» zum Gedenken an den ersten Todestag von Hugo Chávez veranstaltet. Bei der Parade waren unter anderen auch Kubas Präsident Raúl Castro sowie die Staatschefs aus Bolivien und Nicaragua, Evo Morales und Daniel Ortega, anwesend.

Örtliche Medien berichteten am Mittwoch in Caracas von starken Polizeieinsätzen mit gepanzerten Fahrzeugen und Tränengas. Für Donnerstag und Samstag riefen Opposition und Studentengruppen zu neuen Protestaktionen auf. Im Osten der Hauptstadt waren selbst gemachte Plakate zu sehen mit dem Schriftzug «Maduro tritt zurück – sofort.» (chk/sda)

Erstellt: 06.03.2014, 05:17 Uhr

Bildstrecke

Proteste in Venezuela

Proteste in Venezuela Bei gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Anhängern und Gegnern der venezolanischen Regierung hat es Tote gegeben.

Artikel zum Thema

Strassenblockaden trotz Karneval

Bei den Auseinandersetzungen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften kamen in Caracas zwei weitere Menschen ums Leben. Die Proteste weiteten sich auf ganz Venezuela aus. Mehr...

20 Verletzte bei Protesten in Venezuela

Im Osten Caracas versammelten sich einige hundert Studenten, um gegen die venezolanische Regierung zu demonstrieren. Dort trafen sie auf die militarisierte Polizei «Guardia Nacional». Mehr...

Pensionierter General verhindert dank Twitter seine Festnahme

Weil er die protestierenden Demonstranten in Venezuela unterstützt, sollte Ex-General Ángel Vivas verhaftet werden. Seine Anhänger schlugen die Polizei jedoch in die Flucht. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Newsletter

Kurz, bündig, übersichtlich

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Waagrechtstart: An den Festlichkeiten des St. Juliantag in Malta, springt ein Wettkämpfer von einem rutschigen Pfahl und schnappt sich die Fahne über dem Wasser. (20.August 2017)
(Bild: Darrin Zammit Lupi ) Mehr...