Murdoch sagt «Sorry»

Mit einem späten Schuldbekenntnis hat Rupert Murdoch versucht, die Abhöraffäre um seine Skandalzeitung «News of the World» in den Griff zu bekommen. In ganzseitigen Zeitungsanzeigen entschuldigte er sich.

Trägt die Signatur des Moguls: Die Entschuldigungs-Kampagne von Rupert Murdoch. (16. Juli 2011)

Trägt die Signatur des Moguls: Die Entschuldigungs-Kampagne von Rupert Murdoch. (16. Juli 2011) Bild: Keystone

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«We are Sorry» (»Es tut uns leid») lautet die Überschrift des Anzeigentextes, der in allen landesweit erscheinenden Zeitungen Grossbritanniens geschaltet worden war. Der Text trägt die Signatur von Rupert Murdoch.

«Das Geschäft der News of the World war es, andere zur Verantwortung zu ziehen. Sie versagte, als es um sie selbst ging. Das ernsthafte Fehlverhalten, das passierte, tut uns leid», heisst es in dem Text. Und Murdoch fügt darin hinzu: «Es ist mir klar, dass es nicht genug ist, sich einfach zu entschuldigen.»

Systematisches Abhören

Reporter der Sonntagszeitung haben den bisherigen Erkenntnissen zufolge systematisch die Telefone von Prominenten, Politikern und Verbrechensopfern abgehört. Die Vorfälle fallen in jene Zeit, in der Hinton den Verlag in Grossbritannien führte und auch erste Details ans Licht kamen. «Als ich News International im Dezember 2007 verlassen habe, dachte ich, der faulige Teil der «News of the World» wäre ausgemerzt», sagte Hinton am späten Freitag (Ortszeit).

Zuvor war Brooks unter öffentlichen Druck gegangen. Sie war bis 2003 Chefredaktorin der «News of the World» und danach von Murdochs zweiter britischer Boulevardzeitung «The Sun», bevor sie 2009 an die Verlagsspitze von News International wechselte.

Murdoch, der sich tags zuvor bereits persönlich bei den Angehörigen des abgehörten Entführungsopfers Milly Dowler entschuldigt hatte, kündigte einen transparenten Aufklärungsprozess an. «In den kommenden Tagen, in denen wir weitere konkrete Schritte unternehmen werden, um diese Dinge zu lösen und den Schaden zu begleichen, den sie verursacht haben, werden Sie mehr von uns hören.»

Reporter hatten die Mailbox der entführten Milly angezapft und Nachrichten gelöst. Die Eltern der damaligen 13-Jährigen und die Polizei wurden so in die Irre geführt.

Aussage vor Parlamentsausschuss

Rupert Murdoch soll gemeinsam mit seinem Sohn James am kommenden Dienstag vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu der Abhöraffäre aussagen. Seine Entschuldigung wurde in weiten Teilen der britischen Öffentlichkeit mit Skepsis aufgenommen. Murdoch hatte erst vor wenigen Tagen in seiner US-Zeitung «Wall Street Journal» ein Interview gegeben, in dem er nur wenige, kleinere Fehler beim Management der Krise einräumte und Kritiker bezichtigte, «Müll» zu reden.

Unterdessen wurde bekannt, dass Premierminister David Cameron noch im März dieses Jahres seinen bereits im Januar zurückgetretenen Regierungssprecher Andy Coulson in Camerons offiziellem Amtssitz zum Essen empfangen hat. Coulson war schon 2007 als Chefredaktor von «News of the World» zurückgetreten. Vor wenigen Tagen nahm ihn die Polizei fest. Aussenminister William Hague verteidigte im «Independent» Cameron. Die Einladung sei ein «ganz normales, menschliches Ding» gewesen. (pbe/dapd)

Erstellt: 16.07.2011, 17:22 Uhr

Kommt nicht an den Journalisten vorbei: Rupert Murdoch versucht, ein Gebäude zu verlassen. (Video: Reuters)

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