Neue Absaugglocke bringt Fortschritte

Die US-Behörden vermelden einen Erfolg im Kampf gegen die Ölpest: Eine neue Absaug-Installation könnte das Loch endgültig verschliessen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der neue Versuch zur Eindämmung der Ölpest im Golf von Mexiko macht nach Angaben der US-Behörden «signifikante Fortschritte». US-Krisenkoordinator Thad Allen sagte am Montag im TV- Sender NBC, dass die Installation einer neuen Absaugglocke über dem lecken Bohrloch voranginge.

«Dies könnte zum Verschliessen der Ölquelle führen», sagte Allen. Der britische Energiekonzern BP hatte am Wochenende begonnen, den alten Trichter über dem lecken Bohrloch mit Hilfe von Unterwasserrobotern zu ersetzen.

Stopp des Ölflusses bis Mitte August?

Das Unternehmen hofft, auf diese Weise das ausströmende Öl in wenigen Tagen vollständig auffangen zu können. Bis Mitte August sollen zudem zwei Entlastungsbohrlöcher fertiggestellt sein, um den unkontrollierten Ölfluss ins Meer endgültig zu stoppen.

Die BP-Plattform «Deepwater Horizon» war am 20. April explodiert und zwei Tage später gesunken. Dies verursachte die grösste Ölkatastrophe in der US-Geschichte, das ausströmende Öl bedroht vor allem die Ökosysteme im Golf von Mexiko und an den Küsten im Süden der USA.

«Top Hat 10»

BP-Ingenieure des britischen Ölkonzerns BP versuchten am Montag mit Hilfe von ferngesteuerten Robotern einen 100 Tonnen schweren Absaugzylinder auf dem Leck platzieren. Die Experten hoffen, damit fast alles austretende Öl aufzufangen und auf Schiffe abzupumpen. Die Aktion «Top Hat 10» ist aber kompliziert.

Frühestens am Mittwoch wird wirklich klar sein, ob sie erfolgreich ist oder - wie diverse Anläufe zuvor - erneut mit einem Misserfolg endet. In einem ersten Schritt hatte BP einen anderen Behälter über dem Leck demontiert, der bisher zumindest einen Teil des Rohöls aufgefangen hatte. Die Folge: Derzeit strömt das Rohöl völlig ungehindert ins Meer.

Optimismus bei BP

Auch BP zeigte sich am Montag in London optimistisch: Die derzeitigen Bemühungen zur Eindämmung der Umweltkatastrophe kämen planmässig voran, hiess es in einer Mitteilung.

«Wir sind erfreut, wie es vorangeht», sagte BP-Top-Manager Kent Wells. Die gesamte Operation dürfte «zwischen vier und sieben Tage» dauern. Erst dann sei der neue «Hut» auf dem Leck in rund 1500 Meter Tiefe richtig positioniert und abgedichtet.

Hohe Risiken

Doch Wells verweist auch Risiken: Es könnte - wie schon bei diversen ähnlichen Versuchen zuvor - etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommen.

Gelingt die Operation und könnte tatsächlich ein Grossteil des ausströmenden Rohöl aufgefangen werden, wäre das die erste gute Nachricht seit dem Unglück. Seitdem fliessen Schätzungen zufolge Tag für Tag mehrere Millionen Liter Rohöl ins Meer - lediglich ein Viertel werden bisher pro Tag abgepumpt.

Es handelt sich um die schwerste Ölpest der US-Geschichte. Weite Teile der Golfküste sind bereits verseucht, ökologisch hochsensible Gebiete wie das Mississippi-Delta verschmutzt, viele Fischer sind arbeitslos geworden. BP kostete die Ölkatastrophe nach eigenen Angaben mittlerweile 3,5 Milliarden Dollar.

Erstellt: 12.07.2010, 15:45 Uhr

Artikel zum Thema

Operation am offenen Ölrohr

BP hofft, das Ölleck im Golf von Mexiko ab Mittwoch weitgehend unter Kontrolle zu haben. Mehr...

Mehr Öl als zuvor strömt aus Leck

Der Ölkonzern BP hat einen neuen Versuch zur Eindämmung der Ölkatastrophe gestartet. Wenn die Aktion klappt, wird fast das gesamte Öl aufgefangen. Vorübergehend hat sich die Lage aber verschlimmert. Mehr...

Bericht: ExxonMobil will BP übernehmen

Der US-Ölkonzern ExxonMobil erwägt einem Zeitungsbericht zufolge eine Übernahme des britischen Konkurrenten BP. Mehr...

Paid Post

Robo-Adviser gehen offline

Das Wohnzimmer staubsaugen zu lassen, ist etwas andere, als das Vermögen anzuvertrauen: Robo-Adviser in der Schweiz sind auf dem Rückzug. Die Gründe.

Blogs

Mamablog Nehmt euch Zeit fürs Kranksein!

Geldblog Vorsicht beim Verrechnungsverzicht!

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Zum Wiehern: Ein Pferd scheint sich in Feldberg im Schwarzwald über die weisse Pracht zu freuen. (18. November 2019)
(Bild: Patrick Seeger) Mehr...