Republikaner gewinnt enges Rennen um Senatssitz in Florida

Laut dem offiziellen Endergebnis erhielt Rick Scott rund 10'000 Stimmen mehr als sein Kontrahent Bill Nelson.

Enges Rennen: Rick Scott und seine Frau Ann (links) an einer Wahlparty in Naples. (6. November 2018)

Enges Rennen: Rick Scott und seine Frau Ann (links) an einer Wahlparty in Naples. (6. November 2018) Bild: Joe Skipper/Reuters

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Mit einem Vorsprung von etwas mehr als 10'000 Wählerstimmen hat der Republikaner Rick Scott den erbitterten Kampf um einen Senatssitz für den US-Bundesstaat Florida für sich entschieden.

Laut dem am Sonntag veröffentlichten offiziellen Endergebnis der Zwischenwahlen vom 6. November erhielt der scheidende Gouverneur von Florida 50,05 Prozent, der Demokrat Bill Nelson 49,93 Prozent. Zuvor waren die Stimmzettel ein drittes Mal per Hand ausgezählt worden.

Mit dem weiteren Wahlsieg können die Republikaner ihre Mehrheit im US-Senat noch etwas ausbauen. US-Präsident Donald Trump gratulierte Scott im Kurzbotschaftendienst Twitter «für eine mutige Kampagne, die von Erfolg gekrönt» worden sei. Trump hatte den Wahlkampf in Florida aktiv unterstützt.

Nelson, der seit dem Jahr 2001 für den «Sunshine State» im US-Senat sass, gestand laut Scott am Sonntagnachmittag seine Niederlage ein. «Ich habe gerade mit Senator Bill Nelson gesprochen, der seine Niederlage gnädig eingeräumt hat», erklärte Scott im Online-Dienst Facebook.

Zuvor hatten die Demokraten bereits ihre knappen Niederlagen bei den Gouverneurswahlen in Florida und Georgia eingeräumt. Andrew Gillum gratulierte am Samstag seinem republikanischen Kontrahenten Ron DeSantis, der nun Rick Scott im Amt nachfolgt. Gillum war mit dem Ziel angetreten, der erste schwarze Gouverneur von Florida zu werden.

Kampf gegen die «Erosion der Demokratie»

In Georgia erklärte Stacey Abrams, sie erkenne an, dass der Republikaner Brian Kemp «als der Sieger der Gouverneurswahl 2018 bestätigt werden wird». Abrams wollte die erste schwarze Gouverneurin in den USA werden.

Sie räumte am Freitag in einer Rede vor Anhängern ihre Niederlage ein, verwies aber zugleich darauf, dass ihr Gegenkandidat bis zwei Tage vor dem Urnengang mit der Wahlaufsicht betraut war. Dabei habe er über Jahre systematisch die Teilnahme beschränkt, in denen er Wähler aus den Verzeichnissen streichen liess, sagte die 44-jährige Anwältin. Sie werde weiter gegen die «Erosion der Demokratie» kämpfen.

Erinnerung an den Wahlkrimi um Al Gore

In dem engen Rennen um den Senatssitz in Florida war eine dritte Auszählung der Stimmen per Hand angeordnet worden. Insbesondere fehlerhafte oder nicht eindeutig ausgefüllte Stimmzettel sollten ein weiteres Mal überprüft werden.

Eine durch technischen Probleme erschwerte maschinelle Neuauszählung hatte laut vorläufigen Resultaten vom Donnerstag ergeben, dass Scott rund 12'600 Stimmen vor Nelson lag. Dies entsprach einem Vorsprung von 0,15 Prozentpunkten. Die Gesetze des Bundesstaats sehen eine manuelle Neuauszählung vor, wenn der Abstand weniger als 0,25 Prozentpunkte beträgt.

Schon vor 18 Jahren hatte sich in Florida ein weltweit beachteter Wahlkrimi abgespielt. In Teilen des Bundesstaates mussten bei der Präsidentschaftswahl des Jahres 2000 die Stimmzettel per Hand neu ausgezählt werden. Das Oberste Gericht stoppte die Neuauszählung schliesslich, George W. Bush siegte mit 537 Stimmen Vorsprung vor Al Gore. (ij/AFP)

Erstellt: 18.11.2018, 21:16 Uhr

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