Sicherheitspersonal fehlt wegen Shutdown an US-Flughäfen

Für Sicherheitsleute an Flughäfen gibt es keine Zwangsferien – sie müssen unbezahlt weiterarbeiten. Rund zehn Prozent von ihnen können sich das nicht leisten.

Zehn Prozent des Personals ist ausserplanmässig nicht zum Dienst erschienen: Warteschlangen beim Sicherheitscheck am Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport. (18. Januar 2019)

Zehn Prozent des Personals ist ausserplanmässig nicht zum Dienst erschienen: Warteschlangen beim Sicherheitscheck am Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport. (18. Januar 2019) Bild: Elijah Nouvelage/Reuters

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Wegen des «Shutdowns» in den USA bleiben immer mehr Angehörige des Sicherheitspersonals an Flughäfen der Arbeit fern. Die Transportsicherheitsbehörde TSA teilte am Montag mit, am Vortag sei zehn Prozent des Personals ausserplanmässig nicht zum Dienst erschienen.

Das sind mehr als drei Mal so viele wie vor einem Jahr (3,1 Prozent). «Viele Angestellte berichten, dass sie wegen finanzieller Einschränkungen nicht zur Arbeit kommen können.» Die Wartezeiten an den Kontrollstellen lägen an den meisten wichtigen Flughäfen in den USA aber weiterhin im normalen Rahmen von bis zu 30 Minuten.

Die TSA gehört zu den Behörden, deren Finanzierung wegen des Haushaltsstreits zwischen US-Präsident Donald Trump und den Demokraten ausgelaufen ist. Das Sicherheitspersonal an Flughäfen arbeitet seit mehr als vier Wochen ohne Lohn.

Die Kontrolleure gehören zu den Bundesangestellten in den USA, deren Einkommen vergleichsweise gering ist. In den vergangenen Tagen hatte die Abwesenheitsrate beim Sicherheitspersonal nach TSA-Angaben noch deutlich unter zehn Prozent gelegen. Die «Washington Post» sprach am Montag von einem Rekordwert.

Zwangsferien oder Gratis-Arbeit

Rund 800'000 Staatsbedienstete in den USA sind wegen des Stillstands von Teilen der Regierung in den Zwangsferien oder müssen ohne Bezahlung arbeiten. Letzteres betrifft jene Bundesangestellten, deren Arbeit als «essenziell» eingestuft wird, damit das öffentliche Leben nicht zum Erliegen kommt - also beispielsweise das Sicherheitspersonal an Flughäfen.

US-Medien berichten, dass manche der betroffenen Staatsbediensteten gezwungen sind, sich nach einem anderen Einkommen umzusehen oder sich an Tafeln mit Gratis-Lebensmitteln zu versorgen.

Die TSA teilte mit, an den Flughäfen in Minneapolis und New Orleans hätten die durchschnittlichen Wartezeiten an den Kontrollstellen am Sonntag mit 35 beziehungsweise 45 Minuten über dem normalen Rahmen von bis zu einer halben Stunde gelegen.

Die Wartezeiten am New Yorker LaGuardia-Flughafen (29 Minuten), am Flughafen Tampa (28 Minuten), am O'Hare-Flughafen in Chicago (27 Minuten) und am Flughafen in Miami (26 Minuten) kamen nahe an die 30-Minuten-Marke. (sep/sda)

Erstellt: 21.01.2019, 23:36 Uhr

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