Soldaten auf Motorrädern machen Jagd auf Demonstranten

Der venezolanische Präsident geht hart gegen regierungskritische Demonstranten vor. Bei der Stürmung der Protestlager kamen gestern mehrere Personen ums Leben.

Protestlager in Caracas gestürmt: Venezolanische Soldaten im Einsatz.
Video: Reuters

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Venezuelas Nationalgarde hat ein Protestlager von Regierungsgegnern in der Hauptstadt Caracas gestürmt. Die Soldaten gingen gestern auf der Plaza Altamira im wohlhabenden Osten der Stadt mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Hunderte Demonstranten vor, die ihrerseits Steine und Brandsätze warfen.

Einige Soldaten rückten auf Motorrädern an und kreisten Dutzende Demonstranten ein, wie ein Reuters-Mitarbeiter beobachtete. Anschliessend wurden auf dem Platz errichtete Barrikaden zerstört.

Maduro spricht von Befreiung

Der sozialistische Präsident und Hugo-Chávez-Nachfolger Nicolas Maduro kündigte zugleich vor Anhängern in einem anderen Stadtteil an, «Orte zu befreien, die von den Demonstranten übernommen wurden». Die Proteste von Studenten und der Opposition dauern seit Anfang Februar an. Dabei ist es bereits mehrfach zu Gewaltausschreitungen gekommen. Mehrere Menschen kamen ums Leben.

Die Demonstranten fordern Maduros Rücktritt und politische Reformen. Sie beklagen die hohe Kriminalität im Land, Engpässe bei Grundnahrungsmitteln und eine Inflationsrate von fast 60 Prozent. Für Zorn sorgt auch die Präsenz kubanischer Berater in den Reihen der venezolanischen Armee und anderen staatlichen Einrichtungen. (mrs/sda)

Erstellt: 17.03.2014, 08:57 Uhr

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