Terminator auf dem Weg in Obamas Kabinett

Der neu gewählte Präsident der USA wird vermutlich heute seine Kabinettsliste bekannt geben. Es spricht einiges dafür, dass Barack Obama den Republikaner Arnold Schwarzenegger an Bord holt.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Er fährt einen Hummer, in seiner Garage steht eine Harley Davidson und am Wochenende pflegt der Gouverneur Kaliforniens mit seinem Privatjet Ausflüge an der Pazifikküste zu unternehmen. Ist Arnold Schwarzenegger der Richtige, um Umweltminister im Kabinett von Barack Obama zu werden? Hat er überhaupt Chancen, dass der neue Präsident auf einen setzt, der auf so grossem Fuss lebt?

Auf den ersten Blick scheint dies unrealistisch. Der frühere Mister Universum aus der Steiermark machte sich unlängst an einer Wahlveranstaltung für John McCain über die schlaksige Statur Obamas lustig. Er riet ihm, etwas gegen seine «dünnen Beine» und «dürren Ärmchen» zu machen. Obama müsse noch kräftig an Muskeln zulegen, auch was seine politischen Ideen betreffe. Schliesslich warf er Obama vor, seine Steuerpolitik stamme aus der Sowjetzeit. Dass seine Frau Maria Shriver, Mitglied des einflussreichen Kennedy-Clans, den schwarzen Hoffnungsträger unterstützt, halte er für «völlig falsch».

In der Umweltpolitik voll auf der Linie Obamas

Trotzdem: In den USA reissen die Spekulationen nicht ab, dass Obama den Republikaner an Bord holen könnte. Sein Name wurde etwa auf der zuverlässigen Politwebsite politico.com als aussichtsreicher Bewerber für den Posten genannt. Nicht wenige einflussreiche Politbeobachter rühren kräftig mit in der Gerüchteküche, wie der britische «Guardian » berichtet: «Wallstreet Journal»-Autor Keith Johnson wies vor kurzem im viel beachteten Umwelt-Blog des Blatts auf den eindrücklichen Leistungsausweis des Gouverneurs hin. Dieser umfasst die Förderung der erneuerbaren Energien ebenso wie die Einführung von Agrartreibstoffen. Damit liege Schwarzenegger voll auf der Linie Obamas.

Zugleich verbindet die beiden Politiker laut Johnson ihr Widerstand gegen Offshore-Öl-Bohrungen. Weiter verfechten Schwarzenegger und Obama die selben Ziele, was die Reduktion der CO2-Emissionen betrifft. Es ist ein Politgeschäft, in welchem sich Schwarzenegger gegen den Widerstand der Bush-Regierung durchgesetzt hat. Und im Mai hatte Schwarzenegger gar eine Pressemitteilung veröffentlicht, in welcher er Obama dafür lobt, auf nationaler Ebene die strengere Abgasstandards einzuführen, wie er selbst dies bereits in Kalifornien durchgesetzt hat.

Schwarzenegger für Amt bereit

Auch frühere Aussagen Schwarzeneggers geben den Spekulationen weitere Nahrung: «Ich bin jederzeit bereit, zu helfen, wo ich nur kann», erklärte er bereits im Juli auf die Frage, ob er gewillt wäre, den Posten zu übernehmen. Mit der Vorstellung, an Obamas Seite für eine bessere Umweltpolitik einzustehen, hat er keine Probleme: «Ich habe mich darauf festgelegt, ein Diener des Staates zu sein.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.11.2008, 14:46 Uhr

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Kommentare

Blogs

Mamablog Ein Hoch auf Rabenmütter
Tingler Wie denkt der Kapitalist?

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Mühevoll geschmückt: Trachtler reiten mit ihren Pferden während des traditionellen Georgiritts zum «Ettendorfer Kircherl» in Bayern. (22. April 2019)
(Bild: Matthias Balk) Mehr...