Typisch Biden

Weltpolitiker sind unnahbar: Dieser Vorwurf ist Joe Biden nicht zu machen. Der US-Vizepräsident sorgt oft durch Fehltritte für Lacher. Das kann aber auch nach hinten losgehen, wie eine Szene von gestern zeigt.

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Bei zwei offiziellen Anlässen im Weissen Haus liess der US-Vizepräsident wieder mal seine Improvisationskünste aufblitzen. Nur ging das aus Sicht von Beobachtern gründlich daneben.

Spontane Momente in der Politik sind so eine Sache: Oft glücken sie, manchmal verpuffen sie einfach. Und bisweilen kann es auch richtig peinlich werden. Letzteres musste US-Vizepräsident Joe Biden am Dienstag im Weissen Haus erfahren – und zwar gleich zweimal.

Den jüngsten Fauxpas leistete sich der zweite Mann im Staat bei einem Gipfel gegen gewaltsamen Extremismus. Biden zog in einer Rede eine steile Parallele zwischen seiner Heimatstadt Wilmington in Delaware und Minneapolis, wo Lokalpolitiker die Radikalisierung junger Leute mit somalischen Wurzeln zu verhindern versuchen.

(Quelle: Youtube.com; 18. Februar 2015)

Auch in Wilmington gebe es eine «grosse, sehr erkennbare somalische Gemeinde», gab der Vizepräsident zu Protokoll. «Dem möchte ich hinzufügen: Wenn Sie mal zum Bahnhof kommen sollten, würde es Ihnen vielleicht auffallen, dass ich mit ihnen (den Somaliern) sehr gut kann, weil sehr viele von ihnen Taxis fahren und Freunde von mir sind.»

Auf die Einlassungen reagierte das Publikum – religiöse Würdenträger sowie Migrantenvertreter überwiegend muslimischen Glaubens und afrikanischer Herkunft – mit verhaltenem, peinlich berührtem Kichern. Doch Biden liess sich nicht aus der Ruhe bringen. «Ich meine das ernst», erklärte er weiter.

Nur wenige Stunden zuvor war Biden bei der Amtseinführung des neuen Pentagonchefs Ash Carter mit ungewöhnlicher Tuchfühlung aufgefallen: Als der frisch gebackene Verteidigungsminister zu seiner Dankesrede ansetzte, winkte der Vizepräsident dessen Frau Stephanie Carter zu sich heran und legte ihr die Hände auf die Schulter. Dort ruhten sie 20 Sekunden, dann beugte sich Biden vor und flüsterte ihr etwas ins Ohr.

(Quelle: Youtube.com/DailyMail.com; 18. Februar 2015)

Sowohl Bidens Einlassung über seine somalischen Taxifahrer-Freunde als auch der Vorfall mit Stephanie Carter riefen in den sozialen Medien ein erhebliches Echo hervor. Der allgemeine Tenor lautete: «Was hatte sich Biden bloss dabei gedacht?»

Nun hat Biden sich über Jahrzehnte mit seinem Hang zur Improvisation und zum offenen Wort als Marke profiliert. Dies schätzen vor allem seine Fans, die bei Politikern Authentizität vermissen. So sei er einfach, wiegeln dann Anhänger ab, wenn Biden wieder mit denkwürdigen Auftritten von sich reden macht.

«Landesweit wird Biden fast als ein Novum betrachtet», findet Kyle Kondik, politischer Analyst im Zentrum für Politik an der Universität von Virginia. «Das hat aber zwei Seiten. Er kommt mit einigen Sachen davon, mit denen andere nicht davonkommen, aber es lässt ihn auch als weniger seriös erscheinen, als er es gerne hätte.»

Dabei will Biden womöglich noch höher hinaus. Zweimal bewarb er sich für den Chefposten im Weissen Haus. Für 2016 erwäge er erneut eine Kandidatur, erklärte Biden.

Erstellt: 18.02.2015, 15:01 Uhr

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«Wir brauchen Antworten, die über die Gewaltanwendung hinausgehen», sagte der Vizepräsident. Die Gesellschaft müsse das Problem «von Grund auf» angehen und sich um jene kümmern, die Gefahr liefen, sich zu radikalisieren.

Das Treffen richtet sich nicht ausdrücklich gegen islamischen Extremismus. Doch die Konferenz steht unter dem Eindruck des brutalen Vorgehens der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sowie der islamistisch motivierten Anschläge von Paris und Kopenhagen.

Am Dienstag und Mittwoch liegt der Schwerpunkt auf den Bemühungen in den USA, am Donnerstag diskutieren Vertreter aus mehr als 60 Ländern über den weltweiten Anti-Terror-Kampf. Für die Schweiz nimmt Aussenminister Didier Burkhalter teil.

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