USA verbieten Smartphones mit leerem Akku im Flugzeug

Die Angst vor Terroranschlägen nimmt zu: Die USA verschärfen die Sicherheitsbestimmungen auf bestimmten Flügen aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Diesmal werden Handys und Tablets verdächtigt.

USA fürchten sich vor Anschlägen: Sicherheitscheck am Flughafen. (Archivbild)

USA fürchten sich vor Anschlägen: Sicherheitscheck am Flughafen. (Archivbild) Bild: Keystone

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Die USA verbieten aus Sorge vor Anschlägen künftig bei bestimmten Direktflügen aus Europa die Mitnahme nicht aufgeladener Smartphones. Das gilt auch für andere elektronische Geräte bei Flügen, die von bestimmten Flughäfen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika in die USA starten.

Sicherheitsbeamte könnten Fluggäste auffordern, ihre Geräte einzuschalten, teilte die Behörde für Transportsicherheit (TSA) am Sonntag mit. Sollte sich zeigen, dass sie keinen Strom haben, dürften sie nicht mit an Bord genommen werden, hiess es in einer kurzen Mitteilung, in der keine weiteren Details genannt wurden. Damit blieb unklar, um welche Länder und Geräte es genau geht.

Kommen Airlines der Vorgabe der TSA nicht nach, kann die Behörde Flugverbote für Ziele in den USA aussprechen. Sie behält sich zudem weitere Anpassungen der Sicherheitsvorschriften vor, wie sie in der Mitteilung schreibt.

Sprengstoff im Mobiltelefon

In Sicherheitskreisen hiess es, es gehe beim neuen Verbot unter anderem um Apples iPhone und Galaxy-Smartphones von Samsung. Betroffen seien auch Tablet-Computer, Laptops und andere Geräte. Wie der «Guardian» schreibt, versteht das britische Verkehrsministerium unter der US-Anordnung ein generelles Verbot für alle elektronischen Geräte mit einem leeren Akku.

Die US-Regierung hatte am Mittwoch verstärkte Sicherheitsmassnahmen an Flughäfen mit Direktverbindungen in die USA angekündigt. Hintergrund ist nach Angaben von Insidern die Sorge, dass sich Al-Qaida-Mitglieder in Syrien und im Jemen zur Entwicklung von Bomben zusammengeschlossen haben, die an Bord von Flugzeugen geschmuggelt werden könnten.

Die neue Regelung deutet darauf hin, dass es für Terroristen inzwischen möglich ist, Sprengstoff in bestimmte elektronische Geräte zu verpacken, ohne dass Scanner diesen entdecken. Bomben in Mobiltelefonen sind allerdings nichts Neues: Wie «Forbes» schreibt, fand einer der bekanntesten Fälle bereits im Januar 1996 statt. Damals wurde der palästinensische Terrorist Yahya Ayyasch während des Telefonierens durch ein mit Plastiksprengstoff präpariertes Handy getötet. Es soll ihm vom israelischen Inlandsgeheimdienst zugespielt worden sein. (ldc/chk/sda)

Erstellt: 07.07.2014, 05:34 Uhr

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