US-Politiker besorgt über Time-Warner-Verkauf

Die Übernahme von Time Warner durch AT&T löst sowohl im Trump- als auch im Clinton-Lager Bedenken aus. Donald Trump drohte, den Deal im Falle seiner Wahl zu verbieten.

Soll von AT&T gekauft werden: Hauptsitz des Medienhauses Time Warner in New York. (Symbolbild)

Soll von AT&T gekauft werden: Hauptsitz des Medienhauses Time Warner in New York. (Symbolbild) Bild: Mary Altaffer/AP/Keystone

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Der US-Senat kündigte am Sonntag eine sorgfältige Prüfung der geplanten Übernahme von Time Warner durch AT&T an. Die Transaktion könnte schwerwiegende Wettbewerbsbedenken hervorrufen, sagte der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses der Kongress-Kammer. Eine Anhörung werde im November angesetzt.

Die Übernahme werfe eine Reihe von Fragen auf, sagte ein Sprecher der demokratischen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Bevor man sich jedoch eine abschliessende Meinung bilden könne, müssten noch sehr viele Informationen offengelegt werden, sagte Brian Fallon.

Clintons Vize-Kandidat für Wettbewerb

Clintons Kandidat für das Vize-Amt, Tim Kaine, sagte, der Deal könne wettbewerbsrechtlich bedenklich sein. Er sei für Wettbewerb, sagte Kaine dem Sender NBC. «Weniger Konzentration ist generell von Nutzen, insbesondere bei den Medien.»

Clintons Rivale von den Republikanern, Donald Trump, hatte bereits am Samstag angekündigt, im Falle seiner Wahl würde er es AT&T nicht gestatten, Time Warner und damit CNN zu kaufen. Ein Trump-Berater bekräftigte die Aussagen. Trump werde die Oligopole der Medien aufbrechen. AT&T missbrauche sein Monopol und bei einer Übernahme von Time Warner liege zu viel Macht in den Händen von zu wenigen.

Deal wäre der weltweit grösste in diesem Jahr

Der Telekomriese AT&T hatte am Samstagabend angekündigt, den Konzern Time Warner, zu dem die Sender HBO und CNN sowie das Filmstudio Warner Bros gehören, kaufen zu wollen. Die Wettbewerbsbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Sollte der Deal zustande kommen, wäre er der grösste weltweit in diesem Jahr. AT&T-Chef Randall Stephenson zeigte sich zuversichtlich, mögliche Bedenken der Regulierungsbehörden auszuräumen.

Ein Sprecher des US-Justizministeriums wollte sich zu den Übernahmeplänen nicht äussern. Die Befugnis einen Zusammenschluss zu unterbinden liegt bei dem Ministerium und nicht bei dem Präsidenten. (chi/sda)

Erstellt: 24.10.2016, 04:56 Uhr

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