US-Präsident relativiert Plan zum Abzug aus Syrien

Donald Trump krebst erneut zurück und plädiert nun für ein «vorsichtiges» Vorgehen.

Noch sind die Amerikaner vor Ort: Kurdische Kämpfer und US-Soldaten auf Patrouille nahe der Grenze zur Türkei. Foto: Rodi Said (Reuters)

Noch sind die Amerikaner vor Ort: Kurdische Kämpfer und US-Soldaten auf Patrouille nahe der Grenze zur Türkei. Foto: Rodi Said (Reuters)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

US-Präsident Donald Trump hat seine Ankündigung zum Abzug der US-Soldaten aus Syrien erneut relativiert. Der Abzug solle «vorsichtig» und im «angemessenen Tempo» geschehen, schrieb Trump am Montag auf Twitter. Zugleich würden die USA den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fortsetzen.

Trump hatte kurz vor Weihnachten mit der Ankündigung überrascht, umgehend alle US-Soldaten aus dem Bürgerkriegsland abzuziehen, da der Kampf gegen die IS-Miliz gewonnen sei. Aus Protest gegen die Ankündigung war Verteidigungsminister Jim Mattis zurückgetreten.

Seither hat der US-Präsident seine Ankündigung bereits stark eingeschränkt. So merkte er in der vergangenen Woche an, er wolle zwar «nicht für immer in Syrien bleiben», denn dort gebe es nur «Sand und Tod». Allerdings habe er «niemals gesagt, dass wir über Nacht rausgehen».

Werden gar nicht alle Soldaten abgezogen?

Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton sagte am Sonntag bei einem Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu in Jerusalem, bei einem US-Abzug müsse sichergestellt sein, dass die IS-Miliz besiegt und nicht in der Lage sei, wieder zu erstarken. Zudem müsse die Sicherheit der US-Verbündeten in der Region garantiert sein.

Zuvor hatte Bolton laut dem Nachrichtensender NBC News vor mitreisenden Journalisten gesagt, vor einem US-Abzug müsse die Sicherheit der kurdischen Verbündeten der USA in Syrien gewährleistet sein. Der Trump-Berater sagte zudem, es sei möglich, dass nicht alle 2000 US-Soldaten aus Syrien abgezogen würden. Ein Abzug könnte im Norden stattfinden, während die Soldaten im Süden stationiert bleiben könnten, um den Einfluss des Irans zu beschränken. (sda)

Erstellt: 07.01.2019, 22:19 Uhr

Artikel zum Thema

Trumps irrwitzige Manöver

Analyse Das Hin und Her des US-Präsidenten in der Syrien-Politik hat viel Schaden angerichtet. Ein Aufräumkommando versucht nun, den Vertrauensverlust zu begrenzen. Mehr...

Wer von einem US-Abzug in Syrien profitiert

Wenn Trump sein Versprechen wahr macht, gibt es einen grossen Verlierer – und mehrere Gewinner. Zu ihnen gehört wohl auch der IS. Mehr...

Die USA verlangt von der Türkei den Schutz der Kurden

Die US-Regierung stellt Bedingungen für den Abzug aus Syrien. Man wolle nicht, «dass die Türken die Kurden abschlachten», sagt Aussenminister Pompeo. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

«Kaffee ist wie ein Gewürz»

Zum Abschluss eines guten Essens gehört ein Kaffee. Dieser kann aber auch eine raffinierte Zutat in schmackhaften Gerichten sein.

Kommentare

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Adieu und Adiós: Die Matrosen des mexikanischen Segelschulschiffs Cuauhtémoc haben für die grosse Parade auf der Seine die Masten erklommen. Die Fahrt zum Meer bildet den Abschluss der Armada von Rouen, eine der wichtigsten maritimen Veranstaltungen Frankreichs. (16. Juni 2019)
(Bild: Charles Platiau) Mehr...