Was nun kommt, wird nicht besser

Auf Tillerson folgt Pompeo. Die ruhige Stimme der Vernunft, die sich viele in den USA wünschen, ist er aber nicht.

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Es hatte etwas Entwürdigendes, wie der US-Präsident gestern seinen Aussenminister feuerte – mit einem Tweet. Der mächtigste Diplomat der Welt, vorgeführt wie ein Schulbub. Das passt nicht zu einem Land wie Amerika, das seinen Ruf als berechenbare Ordnungsmacht zunehmend aufs Spiel setzt. Aber es passt zu Donald Trump. Und es sollte all jene beunruhigen, die Rex Tillerson vor etwas mehr als einem Jahr als Beweis dafür feierten, dass Trump seine Regierung mit kompetenten Leuten besetze – mit «Erwachsenen». Von denen sind inzwischen kaum mehr welche übrig.

Dass der frühere Ölmanager aus Texas kein Grosser der US-Aussenpolitik werden würde, war zwar schon früh klar. Erstens wussten seine Amtskollegen im Ausland nie genau, in wessen Namen er jeweils sprach: in jenem des Präsidenten? Oder nur in seinem eigenen? Zweitens trägt Tillerson eine Mitschuld daran, dass der diplomatische Apparat der USA grossen Schaden erlitten hat. Viele wichtige Stellen im Ministerium sind unbesetzt, europäische Diplomaten klagen, sie hätten immer noch keine Ansprechpersonen.

Mike Pompeo, der jetzige Chef der CIA, hat zwei drängende Aufgaben.

Und doch ist jetzt genauso klar: Was nach Tillerson kommt, wird nicht besser. Sein Nachfolger Mike Pompeo, der jetzige Chef der CIA, hat zwei drängende Aufgaben: Er muss das geplante Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un vorbereiten. Und er muss einen Weg skizzieren, wie es mit dem Atom­abkommen mit dem Iran weitergeht, das Trump so hasst. In beiden Themen hat sich Pompeo, ein Geschöpf der ultrakonservativen Tea Party, mit Hard­liner-Haltungen hervorgetan.

Erst im Sommer dachte er öffentlich über einen US-gesteuerten Regimewechsel in Nordkorea nach. Die ruhige Stimme der Vernunft, die sich viele in dieser Situation wünschen, ist Pompeo nicht. Das bestehende Atomabkommen mit dem Iran will Pompeo dagegen zerreissen. So hat er es in den vergangenen Jahren stets gesagt. Das ist eine schlechte Nachricht für die europäischen Staaten, die derzeit versuchen, die Schwachstellen des Deals nachzuverhandeln. Und es ist eine schlechte Nachricht für die Welt, die mit dieser neuesten Rochade nicht sicherer geworden ist. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.03.2018, 20:11 Uhr

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