«Wir werden al-Qaida letzten Endes besiegen»

In Kentucky bedankte sich Barack Obama bei jenen Soldaten, welche die Tötung von Osama Bin Laden durchgeführt hatten. Gleichzeitig warnte der US-Präsident davor, im Kampf gegen den Terror nachzulassen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

US-Präsident Barack Obama hat den Mitgliedern der Spezialeinheit persönlich gedankt, die Osama bin Laden in Pakistan getötet haben. Sie hätten ihren Job gut gemacht, sagte Obama den Soldaten der Navy Seals. Der Krieg gegen Terroristen gehe weiter, aber «wir werden al-Qaida letzten Endes besiegen». Obama zeichnete die Truppen im Militärstützpunkt Fort Campbell in Kentucky mit einer sogenannten Presidential Unit Citation aus.

Die Aktion gegen bin Laden sei eine der erfolgreichsten Geheimdienst- und Militäroperationen in der Geschichte Amerikas, sagte der Präsident. Obama sprach sowohl mit Helikopterpiloten des Heeres und der Einheit der Navy Seals als auch mit einer als Night Stalkers bekannten Eliteeinheit. Die auf nächtliche Militäroperationen spezialisierten Soldaten waren daran beteiligt, die Navy Seals zu ihrem Einsatz im pakistanischen Abbottabad und wieder ausser Landes zu bringen. «Dank dem unglaublichen Können und Mut unzähliger Individuen von Geheimdienst und Militär über viele Jahre wird der Terrorführer, der unsere Nation an 9/11 getroffen hat, Amerika nie wieder bedrohen», sagte Obama.

Obama und Vizepräsident Joe Biden hätten sich von den Soldaten über ihren riskanten Einsatz in Pakistan unterrichten lassen, teilte ein Sprecher des Weissen Hauses mit. Der Präsident habe den Mitgliedern der Spezialeinheit zudem das höchste militärische Ehrenabzeichen für eine Einheit der Streitkräfte verliehen.

Kampf gegen den Terror funktioniert

Die Strategie der USA im Kampf gegen den Terror und im Afghanistan funktioniere, sagte Obama vor mehr als 2000 jubelnden Soldaten auf dem Stützpunkt. «Dafür gibt es keinen besseren Beweis als den Tod von Osama bin Laden.» Man mache Fortschritte bei dem erklärten Ziel, das Terrornetz Al-Qaida zu zerstören, erklärte der Präsident.

Zugleich warnte Obama davor, im Krieg gegen den Terror nachzulassen. «Wir sollten uns nichts vormachen: Es wird weiter ein harter Kampf bleiben.»

Al-Qaida bestätigt

Wenige Tage nach der US-Operation gegen Bin Laden hatte das Terrornetz den Tod seines Führers am Freitag überraschend bestätigt. Al-Qaida kündigte gleichzeitig an, den «Pfad des Jihad» fortzusetzen, wie das auf die Überwachung islamistischer Webseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE mitteilte.

Der Tod Bin Ladens werde «zu einem Fluch für die Amerikaner» und ihre Helfer werden, der sie im In- und Ausland verfolgen werde. In der Erklärung rief Al-Kaida zudem die pakistanischen Muslime zum Aufstand auf, um die «Schande» der Tötung Bin Ladens zu tilgen, die durch eine «Bande von Verrätern und Dieben» über sie gebracht worden sei.

«Einwandfrei identifiziert»

Der Washingtoner Regierung zufolge wurde Bin Laden einwandfrei identifiziert. Aber US-Präsident Obama entschloss sich, keine Fotos von der Leiche zu veröffentlichen, da sie grausig seien und anti- amerikanische Stimmung anheizen könnten. Das hatte Verschwörungstheorien Nahrung gegeben.

Immer neue offizielle Darstellungen über den Ablauf der Aktion haben in den vergangenen Tagen für Verwirrung gesorgt. So hatte es anfangs geheissen, der Einsatz sei eine «Kill Mission», gewesen, eine gezielte Liquidation. Tags darauf erklärte das Weisse Haus, das US-Team habe das Anwesen gestürmt, um Bin Laden gefangen zu nehmen oder zu töten.

Menschenrechtsexperten der UNO forderten die USA auf, die Umstände der Tötung von Bin Laden vollständig aufzuklären. Es sei vor allem wichtig zu erfahren, ob die Planung des Einsatzes auch vorsah, ihn lebend gefangen zu nehmen. (kpn/dapd)

Erstellt: 07.05.2011, 07:04 Uhr

Artikel zum Thema

Al-Qaida schwört Rache für den Tod Bin Ladens

Nach dem Tod von Osama Bin Laden hat das Terrornetzwerk al-Qaida in einer Stellungnahme im Internet erstmals den Tod seines Führers bestätigt. Bin Ladens Blut sei nicht umsonst vergossen worden, hiess es. Mehr...

Rache und Gerechtigkeit

Meinung Die Tötung von Osama Bin Laden war ein überfälliger Vergeltungsschlag. Denn wie die Dankbarkeit gehört die Rache zum moralischen Gedächtnis der Gesellschaft. Mehr...

Bin Ladens Computer sind wie ein Lotto-Sechser für die USA

Die US-Soldaten staunten nicht schlecht: Fünf Computer, zwölf Festplatten, hundert Disketten, DVDs und USB-Sticks von Osama Bin Laden fielen ihnen in die Hände. Das dürfte Folgen haben für die al-Qaida. Mehr...

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Blogs

Mamablog Die Jugendbewegung wird zur Elternbewegung

Sweet Home Tapeten zum Selbermalen

Die Welt in Bildern

Sie sind nun keine Kinder mehr: Junge Erwachsene nehmen an einer traditionellen Zeremonie in Seoul teil, bei der sie den Übertritt in ihr 19. Lebensjahr feiern. Sie dürfen nun ihre eigenen Lebensentscheidungen fällen, wählen gehen und Alkohol trinken. (20. Mai 2019)
(Bild: Ed Jones) Mehr...