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Abe lässt Sexsklavinnen unerwähnt

Zum 70. Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkrieges spricht Japans Regierungschef vor dem US-Kongress. Er zeigte Reue, verzichtete jedoch auf eine Entschuldigung für die Zwangsprostitution der japanischen Armee.

Drückt im Namen Japans sein «ewiges Beileid» aus: Shinzo Abe während seiner Rede vor dem US-Kongress. (29. April 2015)
Drückt im Namen Japans sein «ewiges Beileid» aus: Shinzo Abe während seiner Rede vor dem US-Kongress. (29. April 2015)
Carolyn Kaster, Keystone

In der ersten Rede eines japanischen Regierungschefs vor dem US-Kongress hat Shinzo Abe «tiefe Reue» für die Verbrechen seines Landes im Zweiten Weltkrieg gezeigt.

«Unser Handeln hat den Bevölkerungen in asiatischen Ländern Leid zugefügt. Wir dürfen davor unsere Augen nicht verschliessen.»

Shinzo Abe

Vor der Rede legte der japanische Ministerpräsident am Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg getöteten US-Soldaten auf der National Mall im Herzen Washingtons einen Kranz nieder.

Anlass war der 70. Jahrestag des Kriegsendes. Abe ist der erste japanische Regierungschef, der vor beiden Kammern des US-Parlaments sprach.

Zwangsprostitution bleibt unerwähnt

Eine Entschuldigung für das japanische Vorgehen im Zweiten Weltkrieg äusserte Abe in seiner Rede allerdings nicht. Darauf wartet vor allem der amerikanische Bündnispartner Südkorea, weil die japanischen Streitkräfte Zehntausende asiatische Frauen als Sexsklavinnen missbraucht hatten.

Nach Schätzungen von Historikern wurden etwa 200'000 Frauen aus Korea, China, Indonesien, den Philippinen und Taiwan gezwungen, japanischen Soldaten in Militärbordellen zu Diensten zu sein.

Das Schicksal dieser in Japan beschönigend «Trostfrauen» genannten Sexsklavinnen belastet bis heute das Verhältnis Tokios zu seinen Nachbarstaaten. Nach einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama am Dienstag hatte Abe erklärt, dass ihn das «unermessliche» Leid der Zwangsprostituierten «zutiefst schmerzt».

SDA/pst

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