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Panama Papers erfassen Argentiniens Hoffnungsträger

Aus der Bedrängnis in die Offensive: Der argentinische Präsident Macri tritt angesichts drohender Ermittlungen die Flucht nach vorne an.

Keine «bösartige Absicht»: Mauricio Macri bei einer Pressekonferenz in der Casa Rosada in Buenos Aires. (7. April 2016)
Keine «bösartige Absicht»: Mauricio Macri bei einer Pressekonferenz in der Casa Rosada in Buenos Aires. (7. April 2016)
David Fernandez/EPA, Keystone

Mauricio Macri will am Freitag vor einem Richter Unklarheiten zu seinen Finanzgeschäften ausräumen. Der argentinische Staatschef ist wie andere Spitzenpolitiker durch die Enthüllungen in den Panama Papers in Bedrängnis geraten. Er wolle seine Finanzen transparent machen, sagte er am Donnerstag in einer Fernsehansprache an die argentinische Bevölkerung. Dennoch drohen ihm Ermittlungen.

Staatsanwalt Federico Delgado stellte am Donnerstag einen Antrag auf Eröffnung eines Verfahrens, über das ein Richter entscheiden muss. Delgado erklärte, es müsse überprüft werden, ob Macri böswillig seine Rolle in zwei Briefkastenfirmen bei seiner Steuererklärung verschwiegen habe. Der erst seit Dezember amtierende Konservative hat zwar bestätigt, dass eine Unternehmensgruppe im Besitz seiner Familie die Firma Fleg Trading auf den Bahamas gegründet habe. Doch habe er selbst nie davon profitiert und kein Gehalt bezogen.

«Ich möchte Ihnen heute noch einmal sagen, dass ich die Wahrheit gesagt habe und dass ich nichts zu verbergen habe», erklärte Macri in der Rede. Er ist der Sohn des in Italien geborenen Unternehmers Francisco Macri, der zu den reichsten Personen Argentiniens zählt. Während er seine Rede im Präsidentenpalast hielt, forderten rund 500 Demonstranten vor dem Gebäude seinen Rücktritt.

HunderteJournalisten weltweit hatten eine riesige Menge vertraulicher Daten aus einer Anwaltskanzlei in Panama über mehr als 200'000 Briefkastenfirmen in Steueroasen zugespielt bekommen und ausgewertet. Unter den 14'000 beteiligten Personen sind Politiker aus diversen Ländern.

Britischer Premier Cameron räumt Profite ein

Macri ist so bei weitem nicht der einzige Politiker, der sich wegen der Panama Papers rechtfertigen muss. Nach tagelanger Berichterstattung über die Finanzgeschäfte seiner Familie räumte Grossbritanniens Premier David Cameron am Donnerstag ein, von einer Offshore-Firma seines Vaters profitiert zu haben.

Dem Fernsehsender ITV sagte Cameron, er und seine Ehefrau Samantha hätten im Januar 2010 Anteile an der Firma namens Blairmore Holdings im Wert von 31'500 Pfund (nach heutiger Umrechnung rund 42'000 Schweizer Franken) verkauft – fünf Monate vor seinem Amtsantritt als britischer Regierungschef. 1997 hätten sie 12'497 Pfund für die Anteile bezahlt. Er habe für die Einkünfte ganz regulär Steuern in Grossbritannien gezahlt. Verkauft habe er sie dann, weil er nicht gewollt habe, dass ihm jemand Eigeninteressen vorwerfe, sagte der Premier.

Rücktritt des Kanzleigründers

Camerons Vater Ian, ein wohlhabender Börsenmakler, starb 2010 und war ein Klient der in Panama ansässigen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca. Diese steht im Zentrum der Enthüllungen der Panama Papers.

Der in Deutschland geborene Mitgründer der Kanzlei, Jürgen Mossack, trat im Zuge der Panama-Papers-Enthüllungen aus einem panamaischen Regierungsrat zurück. Das teilte das Aussenministerium in Panama-Stadt am Donnerstag mit. Das Gremium berät Panamas Regierung in aussenpolitischen Fragen. Bezahlt wurde Mossack für das Ehrenamt nicht.

Der deutschstämmige Anwalt und sein Geschäftspartner Ramón Fonseca sind in Panama bis zu den Veröffentlichungen am vergangenen Sonntag politische Schwergewichte gewesen. Fonseca war bis Februar ein Mitglied im Kabinett von Präsident Juan Carlos Varela.

(SDA)

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