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Argentinischer Beamter versteckt Millionen in Kloster

Der Behördenchef der abgewählten Regierung von Cristina Kirchner wird dabei ertappt, wie er Säcke mit rund sieben Millionen Dollar verstecken will.

Das Geld war im Kloster überall verteilt: Hier in einem Kofferraum. (14. Juni 2016)
Das Geld war im Kloster überall verteilt: Hier in einem Kofferraum. (14. Juni 2016)
Keystone
Wird verdächtigt, Millionenbeträge in einem Kloster versteckt zu haben: José Lopez (Mitte). (14. Juni 2016)
Wird verdächtigt, Millionenbeträge in einem Kloster versteckt zu haben: José Lopez (Mitte). (14. Juni 2016)
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Lopez sagte nach seiner Verhaftung, er habe das Geld dem Kloster spenden wollen. (14. Juni 2016)
Lopez sagte nach seiner Verhaftung, er habe das Geld dem Kloster spenden wollen. (14. Juni 2016)
Keystone
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In Argentinien ist ein ehemaliger Behördenchef der abgewählten Regierung von Cristina Fernández de Kirchner festgenommen worden, weil er angeblich Millionenbeträge in Säcken in einem Kloster verstecken wollte. Ein Nachbar hatte am frühen Dienstagmorgen die Polizei alarmiert, weil er einen Mann auf dem Anwesen sah, der Tüten auf das Grundstück warf. Die Beamten identifizierten den Mann schliesslich als den früheren Sekretär für Öffentliche Beschäftigung, José Lopez.

Er wurde zunächst wegen illegalen Besitzes eines Gewehrs festgenommen. Dann entdeckte die Polizei Bündel von Bargeld sowie Uhren in mehr als 160 Päckchen in den Säcken. Selbst in der Küche des Klosters fanden die Beamten Geld, ebenso im Kofferraum eines Autos.

Lopez befand sich in Schockzustand

Der Sicherheitsminister der Provinz Buenos Aires, Cristian Ritondo, sagte, Lopez habe sich bei seiner Festnahme in einem Schockzustand befunden. Er habe erzählt, er habe das Geld den Nonnen im Kloster spenden wollen, sagte Ritondo. «Es gibt Dollar, Yen, Euro und eine Währung aus Katar. Es ist eine Menge Geld.»

Um welche Beträge es genau geht, sagte er aber nicht. Der für die Region zuständige Bürgermeister Dario Kubar sprach von sieben Millionen Dollar. Das Kloster liegt rund 55 Kilometer westlich der Hauptstadt Buenos Aires.

«Es hört sich fast an wie ein Film», sagte Marcos Pena, der Kabinettschef des jetzigen Präsidenten Mauricio Macri. «Wir sind schockiert, weil das kein einfacher Beamter war. Er führte die Öffentliche Beschäftigung, die so in Frage stand, wo wir täglich so viel Korruption gesehen haben.»

Präsident will solche Praktiken ausrotten

Präsident Macri selbst sagte, der Vorfall sei beschämend. «Wir sind alle überrascht. Wir wandeln uns eindeutig und es ist gut, dass wir Arten von Praktiken beleuchten, die wir in Argentinien ausrotten wollen.»

Der oppositionelle Abgeordnete Juan Manuel Abal Medina schrieb auf Twitter, er verurteile die «beschämenden Taten von José Lopez» energisch. «Korruption ist Diebstahl von uns allen, vor allem von denjenigen, die am wenigsten haben.»

Fernández de Kirchner hatte ihre Amtszeit im Dezember beendet. Ihr Nachfolger Macri hat versprochen, die Korruption zu bekämpfen. Auch gegen Fernández selbst ist wegen Vorwürfen der Geldwäsche und der möglichen illegalen Bereicherung ermittelt worden.

AP/chk

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