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Aufruf zum Verbrennen

Taylor Swift fordert ihre Fans auf, wählen zu gehen. Wie mutig.

Taylor Swift während eines Auftritts. Foto: Robert E. Klein (AP)
Taylor Swift während eines Auftritts. Foto: Robert E. Klein (AP)

Vielleicht tut man ihr Unrecht. Aber man kann sich vorstellen, dass die amerikanische Popsängerin Taylor Swift eine Umfrage hat machen ­lassen, bevor sie ihre Fans dazu aufrief, wählen zu gehen. Sie selbst will für die Demokraten stimmen. So vieles an ihrer Karriere wirkt dermassen konzipiert, dass man bei ihr nicht mehr an ­irgendetwas Spontanes glauben kann.

Nun gilt die kalkulierte Empörung schon lange – Madonna hat schon in den Achtzigern vorgemacht, wie man Skandale in Aufmerksamkeit und diese in Verkaufszahlen verwandelt. Als 1989 ihr Album «Like a Prayer» erschien, bekannte sie sich unter anderem deshalb zum Verbleib im Katholizismus, weil am Kreuz ein schöner nackter Mann hänge. Der Vatikan reagierte, Amerika tobte, Madonna tat erstaunt.

Früher brauchte es weniger. John Lennon sagte Mitte der Sechziger­jahre, die Beatles seien populärer als Christus. Darauf kam es im amerikanischen Süden zu medialen Empörungen und Plattenverbrennungsaktionen in mehreren Staaten. Nur die Beatles behielten, wie immer, ihren Humor. «Wir finden das gut», sagte ein zutiefst unbeeindruckter Ringo Starr. «Denn dann müssen sie unsere ­Platten wieder neu kaufen.»

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