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«Barack kennt den amerikanischen Traum»

Michelle Obama hat am Parteitag der Demokraten ihren Mann angepriesen. Er kenne die Probleme von Durchschnittsamerikanern aus eigener Erfahrung und verfolge eine Agenda, die in deren Interesse sei.

Demonstrieren nach der Rivalität vergangener Jahre Einigkeit: Ex-Präsident Bill Clinton (vorne) umarmt Barack Obama. (6. September 2012)
Demonstrieren nach der Rivalität vergangener Jahre Einigkeit: Ex-Präsident Bill Clinton (vorne) umarmt Barack Obama. (6. September 2012)
Keystone
In seiner Amtszeit boomte die Wirtschaft: Bill Clinton (links) und Barack Obama winken dem Publikum zu. (6. September 2012)
In seiner Amtszeit boomte die Wirtschaft: Bill Clinton (links) und Barack Obama winken dem Publikum zu. (6. September 2012)
Keystone
Zu den Protestierenden gehören Kriegsgegner, Anarchisten und Occupy-Anhänger: Mitglieder der Antikriegsgruppe Code Pink demonstrieren in Charlotte mit einem Bild von Präsident Obama. (2. September 2012)
Zu den Protestierenden gehören Kriegsgegner, Anarchisten und Occupy-Anhänger: Mitglieder der Antikriegsgruppe Code Pink demonstrieren in Charlotte mit einem Bild von Präsident Obama. (2. September 2012)
Reuters
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Angeführt von Michelle Obama haben die US-Demokraten zum Auftakt ihres Parteitags den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney als politischen Wendehals ohne Bezug zur Mittelschicht gebrandmarkt.

Für Barack Obama seien die Sorgen normaler Menschen dagegen «nicht politisch – sie sind persönlich», sagte die First Lady in der Nacht vor jubelnden Parteianhängern in Charlotte. Sie erwähnte Romney nicht namentlich, mit ihrer Rede schuf sie aber einen starken Kontrast zwischen ihm und Barack Obama.

«Barack kennt den amerikanischen Traum»

Der Multimillionär Romney stammt aus einer privilegierten Familie, sein Vater war Manager bei einem Automobilunternehmen und Gouverneur von Michigan. «Barack und ich wuchsen in Familien auf, die nicht viel Geld und materiellen Besitz hatten», sagte sie.

«Barack kennt den amerikanischen Traum, weil er ihn gelebt hat - und er will, dass alle in diesem Land die gleichen Chancen haben.» In Anspielung auf den Wahl-Slogan «Change» vor vier Jahren sagte sie: «Wandel ist schwierig und Wandel ist langsam, und er kommt niemals auf einen Schlag. Aber letztendlich werden wir ihn erreichen.»

Michelle Obamas Ansprache war seit Tagen mit Spannung erwartet worden, nachdem in der vergangenen Woche Ann Romney bei dem Parteitag der Republikaner auf der emotionalen Ebene vorgelegt hatte. Der Auftritt der beliebten Präsidenten-Gattin zur besten TV- Sendezeit sollte Obama wichtige Sympathiepunkte für die Wahl am 6. November einbringen.

Castro, Emanuel und Carter

Der dreitägige Parteitag wurde am Dienstag mit fast 50 Reden eröffnet. Am Mittwochabend wollen die knapp 6000 Delegierten Obama offiziell als ihren Kandidaten aufstellen. Die Nominierungsrede wird der Ex-Präsident Bill Clinton halten. Obamas grosse Antrittsrede folgt am Donnerstag.

Grosse Aufmerksamkeit erzielten am ersten Tag auch andere Redner. Der Bürgermeister der texanischen Stadt San Antonio, Julian Castro, trat direkt vor Michelle Obama auf und erhielt für seine harten verbalen Angriffe auf Romney viel Beifall in der prallgefüllten Basketball-Arena, die etwa 15'000 Zuschauer fasst.

Blendendes Zeugnis

Die USA hätten im November «die Wahl zwischen einem Land, in dem die Mittelschicht mehr zahlt, damit Millionäre weniger zahlen – oder einem Land, in dem jeder seinen fairen Teil zahlt, damit wir das Defizit reduzieren und die Jobs der Zukunft schaffen können», sagte Castro, die Zukunftshoffnung der Demokraten.

Auch Obamas ehemaliger Stabschef Rahm Emanuel, der heute Bürgermeister von Chicago ist, konnte die Demokraten in Begeisterung versetzen. Der ehemalige Präsident Jimmy Carter stellte Obama per Videozuschaltung ein blendendes Zeugnis in der Aussenpolitik aus.

«Präsident Obama hat das Ansehen der USA in der Weltgemeinschaft wiederhergestellt», sagte der 87-Jährige. Durch Dialog und Zusammenarbeit habe er den Geist von Vertrauen und guten Willen zurück in internationale Beziehungen gebracht, meinte der Friedensnobelpreisträger.

Parteiprogramm verabschiedet

Auf dem Parteitag unterstützten die Demokraten auch Obamas Vorhaben, die Steuern für Grossverdiener zu erhöhen. Bürger mit einem Einkommen von mehr als 250'000 Dollar sollen künftig kräftiger zur Kasse gebeten werden, heisst es dem verabschiedeten Parteiprogramm.

Das Parteimanifest der Demokraten befürwortet im Gegensatz zu der republikanischen Version auch die gesetzliche Gleichbehandlung homosexueller Paare. Es bekräftige auch das Recht der Frauen, selbst über eine Abtreibung zu entscheiden.

Ziel des Parteitages ist es, die Weichen für die Wiederwahl zu stellen. Für Romney hatte das in der vergangenen Woche laut einer gestern veröffentlichten Gallup-Umfrage nicht funktioniert. Ihr zufolge kommt Romney auf 46 Prozent Zustimmung, Obama auf 47. Noch eine Woche zuvor habe Romney einen hauchdünnen Vorsprung gehabt.

dapd/sda/mw/bru

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