Barack Obama: «Präsidentschaft ist nicht Reality TV»

«Was in dieser Partei passiert, ist nicht gut fürs Land», kritisiert US-Präsident Obama die Republikaner in einer TV-Show. Zudem lässt er durchblicken, dass Demokrat Sanders aufgeben sollte.

«Man will Leute haben, die wissen worum es geht»: Präsident Barack Obama im Gespräch mit Jimmy Fallon, Gastgeber der «The Tonight Show», in New York. (8. Juni 2018, Video: CNN/Youtube)


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US-Präsident Barack Obama macht sich ein halbes Jahr vor dem Ende seiner achtjährigen Zeit im Weissen Haus Gedanken um den Zustand der Parteiendemokratie in seinem Land. Bei einem Fernsehauftritt warf er den Republikanern vor, sie weigerten sich Probleme zu lösen.

«Dieses Land funktioniert, wenn Du zwei Parteien hast, die es ernst meinen und versuchen, Probleme zu lösen», sagte Obama bei der Aufzeichnung der «The Tonight Show» von Moderator Jimmy Fallon. Die Talk Show wird heute Donnerstag auf dem US-Sender NBC ausgestrahlt.

«Nicht gut für das ganze Land»

«Man will eigentlich auch, dass der republikanische Kandidat jemand ist, der den Job machen kann, falls er gewählt wird», meinte Obama. «Und man will Leute haben, die wissen worum es geht.» Deswegen fühle er sich gerade nicht wohl, sagte der Präsident mit Blick auf die anstehende Nominierung von Donald Trump zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten.

«Was in dieser Partei passiert, gipfelnd in dieser aktuellen Nominierung, ist nicht gut für das ganze Land.» «Das hier ist ein ernsthafter Job und nicht Reality TV», sagte er in Anspielung auf Trumps TV-Karriere.

«Gesunder» Wahlkampf der Demokraten

Für die Demokratische Partei sei es eine gesunde Sache gewesen, einen wirklichen Wettbewerb bei den Vorwahlen zu haben, so Obama weiter. «Jetzt hoffe ich aber, dass wir in den nächsten paar Wochen die Reihen schliessen können.» Und legt indirekt dem demokratischen Senator Bernie Sanders nahe, die Kandidatur gegen die wahrscheinliche Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton aufzugeben.

Bei seinem NBC-Auftritt zollte Obama Sanders Respekt für den harten Kampf gegen Clinton. «Er hat eine enorme Energie und neue Ideen eingebracht», sagte der Präsident. «Er hat die Partei vorangetrieben und sie herausgefordert. Ich glaube, Hillary ist dadurch eine bessere Kandidatin geworden.» Nun müssten sich die Demokraten aber ganz auf die Herausforderung durch den wahrscheinlichen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump konzentrieren.

Präsident sein, erfordert Kompetenz

Am Donnerstag will Obama Sanders im Weissen Haus empfangen. Es wurde erwartet, dass es dabei auch um die Bedingungen für einen Verzicht des Senators auf die Präsidentschaftskandidatur geht. Clinton steht seit der Vorwahlrunde am Dienstag als Siegerin fest. Sanders hatte aber erklärt, seine Kandidatur bis zum Parteitag im Juli fortzuführen.

Im bevorstehenden Hauptwahlkampf gegen Trump will Obama immer wieder deutlich machen, dass das Präsidentenamt Kompetenz erfordert. «Meine wichtigste Aufgabe in diesem Prozess wird sein, den Bürgern zu zeigen, dass das ein ernsthafter Job ist», sagte er. Trumps Kritiker sprechen dem politischen Quereinsteiger die Kompetenz für das Präsidentenamt rundweg ab. (foa/sda/afp)

Erstellt: 09.06.2016, 05:42 Uhr

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