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Behörden: Taliban stecken hinter Times-Square-Anschlag

Gemäss den Ermittlungsbehörden in New York ist es sehr wahrscheinlich, dass die Taliban beim Terrorversuch am Times Square eine Rolle gespielt haben. Zuvor berichtete ein TV-Sender genau das Gegenteil.

Heroische Darstellung: Faizal Shahzad lässt sich auf  Al-Arabiya TV als Märtyrer feiern.
Heroische Darstellung: Faizal Shahzad lässt sich auf Al-Arabiya TV als Märtyrer feiern.
Keystone
Wütender Auftritt: Faizal Shahzad drohte vor Gericht offen mit Krieg.
Wütender Auftritt: Faizal Shahzad drohte vor Gericht offen mit Krieg.
Keystone
Mit solchen Weckern wurden die Bomben gezündet.
Mit solchen Weckern wurden die Bomben gezündet.
Reuters
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Es sei sehr wahrscheinlich, dass die radikale Gruppe der pakistanischen Taliban bei dem vereitelten Attentat in New York eine Rolle gespielt habe, schreibt die «New York Times» und beruft sich dabei auf offizielle Angaben aus Ermittlungskreisen.

Der Attentäter Faisal Shahzad wurde nun zwei Tage intensiv befragt. Die Beweise hätten sich gemehrt, dass Shahzad von den pakistanischen Taliban inspiriert und trainiert worden sei. Er habe seine Kontakte preisgegeben. Die Ermittler stützen sich auch noch auf weitere Beweise, welche sie aber nicht veröffentlichen dürfen.

Kurz zuvor berichtete der US-Fernsehsender MSNBC, dass die Fahndungen in den USA und Pakistan bisher keine Verbindung zwischen dem 30-jährigen Faisal Shahzad und einer Terrororganisation erbracht habe.

Der des versuchten Mordes und der versuchten Körperverletzung beschuldigte Shahzad wird voraussichtlich am Mittwoch vor Gericht erscheinen.

Shahzad droht lebenslange Haft

Der in Pakistan gebürtige und 2009 in den USA eingebürgerte Mann arbeitete zuletzt als Finanzanalyst im Bundesstaat Connecticut und ist der Sohn eines pensionierten Vize-Marschalls der pakistanischen Luftwaffe.

Die Ermittler werfen dem 30-Jährigen vor, am Samstagabend eine selbst gebaute Bombe in einem Geländewagen auf dem Times Square im Herzen New Yorks abgestellt zu haben und dann geflüchtet zu sein.

Der Polizei gelang es, dem stümperhaft gebauten Sprengkörper zu entschärfen. Wäre die Bombe explodiert, hätte sie nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden viele Menschen getötet. Shahzad droht im Fall eines Schuldspruchs lebenslange Haft.

Pakistan: Tat ist Vergeltung

Die pakistanischen Taliban hatten sich bereits am Sonntag zu dem gescheiterten Anschlag bekannt. Zwar wurden in den USA Zweifel an der Echtheit der Erklärung laut. Dagegen sagte der pakistanische Aussenminister Shah Mehmood Qureshi, aus seiner Sicht handle es sich um Vergeltung für die Tötung von Taliban durch die USA.

Shahzads Darstellung, er habe allein gehandelt, wurde von den Ermittlern von Anfang an bezweifelt, zumal er sich bis Februar fünf Monate lang in Pakistan aufgehalten haben soll. Auch Shahzads Frau und die beiden Kinder leben nach Angaben von Polizeichef Kelly in Pakistan.

Der Verdächtige war am Montagabend auf dem New Yorker John-F.- Kennedy-Flughafen aus einer startbereiten Maschine der Fluggesellschaft Emirates geholt und festgenommen worden. Nach Angaben der Airline wollte sich Shahzad über Dubai nach Pakistan absetzen.

Sein Ziel sei Islamabad gewesen, sagte ein Emirates-Sprecher. Wenige Stunden nach Shahzads Festnahme waren Sicherheitskreisen zufolge mehrere Verwandte des Verdächtigen in Pakistan festgenommen worden.

Illustre Verwandtschaft

Shahzad entstammt einer angesehenen pakistanischen Familie. Der Dienst seines Vaters als Offizier verschaffte ihm einen besonderen Status, weil die Streitkräfte eine einflussreiche und mächtige Institution in dem asiatischen Land sind.

Der Onkel Shahzads war früher Inspekteur der pakistanischen Grenztruppen. Shahzad hat in den USA Informatik studiert und gemäss einem Bericht des «Daily Telegraph» aus London einen Master erworben. Sein Haus in Shelton im Bundesstaat Connecticut wurde 2009 auf Antrag von JPMorgan Chase zwangsversteigert.

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