Bergbaukonzern Vale muss Opfern 2,8 Millionen Franken zahlen

Nach dem verheerenden Dammbruch in Brasilien kommt es zu einem Urteil. Auch dem TÜV Süd, der die Stabilität des Bauwerks prüfte, drohen Konsequenzen.

Dammbruch in Brasilien: Bei der Katastrophe starben im Januar Dutzende Menschen. Bild: Leo Drumond/Nitro/AP

Dammbruch in Brasilien: Bei der Katastrophe starben im Januar Dutzende Menschen. Bild: Leo Drumond/Nitro/AP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Rund acht Monate nach dem verheerenden Dammbruch an einer Eisenerz-Mine in Brasilien hat ein Gericht das Bergbauunternehmen Vale zu einer Entschädigung von 11,8 Millionen Reais (2,8 Millionen Franken) verurteilt.

Das Geld solle an eine Familie gehen, die bei dem Unglück im Januar drei Angehörige verloren hatte, teilte ein Gericht im Bundesstaat Minas Gerais am Donnerstag mit. Es war das erste Mal, dass ein Gericht einer Einzelklage einer Opferfamilie auf Schadenersatz stattgab.

Der Damm an der Mine Córrego do Feijão war am 25. Januar gebrochen. Eine Schlammlawine rollte über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen nahe der Ortschaft Brumadinho hinweg und begrub Menschen, Häuser und Tiere unter sich. Mindestens 249 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Kurz vor dem Unglück hatten Mitarbeiter der brasilianischen Tochter des TÜV Süd die Rückhaltebecken geprüft und für sicher befunden.

TÜV Süd droht Anklage

In Brasilien empfiehlt die dortige Polizei einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Dokument zufolge Anklage gegen den TÜV Süd und den brasilianischen Bergbaukonzern Vale. Die Polizei werfe den Unternehmen vor, mit gefälschten Dokumenten gearbeitet zu haben, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Der TÜV Süd hatte dem Vale-Staudamm an einem Rückhaltebecken für Minenabraum unterhalb einer Eisenerz-Mine im Herbst 2018 ausreichende Stabilität attestiert. Vale erklärte, der Konzern sei über die Ermittlungen informiert. Der TÜV Süd lehnte eine Stellungnahme ab. Zuletzt hatte sich die Gesellschaft gegen den Vorwurf einer Mitschuld seiner Prüfingenieure gewehrt.


Bildstrecke: Der Dammbruch bei Brumadinho in Brasilien brachte Tod und Verwüstung. In der Folge kam es auch im Ausland, darunter in der Schweiz, zu Protesten gegen den Konzern Vale und die Steuerbefreiungspolitik.

(oli/sda/reuters)

Erstellt: 20.09.2019, 21:26 Uhr

Artikel zum Thema

Experten hielten den Damm für sicher

Bei der Katastrophe in Brasilien dürften Hunderte Menschen umgekommen sein. Wer ist schuld? Die Ermittler zeigen auf den Bergbaukonzern Vale. Mehr...

Dammbruch: Überlebenschancen der 305 Vermissten «sehr gering»

Video Zwei Tage nach dem Dammbruch in Brasilien steigt die Zahl der Opfer auf 58. Helfer versuchen verzweifelt, Leben zu retten. Mehr...

Milliardenzahlung nach Giftschlammkatastrophe

Minenbetreiber Samarco stimmte einem Entschädigungsplan von 6,2 Milliarden Dollar zu. Damit kann laut Brasiliens Präsidentin eine «Tragödie ohnegleichen» aufgearbeitet werden. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Herbstlich gefärbte Weinberge: Winzer arbeiten in Weinstadt, im deutschen Baden-Württemberg. (17. Oktober 2019)
(Bild: Christoph Schmidt/DPA) Mehr...