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Brasiliens Soldaten stürmen Elendsviertel in Rio

Vor der Fussball-WM greifen die Sicherheitskräfte durch – und entsenden zusätzliches Militär in die Favelas. Die Besetzung ist Teil der «Befriedungs»-Strategie der Regierung.

Zur verbesserung der Sicherheitslage: Ein Soldat besetzt die Siedlung Maré in Rio de Janeiro. (5. April 2014)
Zur verbesserung der Sicherheitslage: Ein Soldat besetzt die Siedlung Maré in Rio de Janeiro. (5. April 2014)
AP Photo/Felipe Dana
Mehr als 2000 Soldaten wurden zusätzlich entsandt: Eine Frau hängt neben einem Soldaten ihre Wäsche auf. (5. April 2014)
Mehr als 2000 Soldaten wurden zusätzlich entsandt: Eine Frau hängt neben einem Soldaten ihre Wäsche auf. (5. April 2014)
AP Photo/Felipe Dana
Der Stadtteil von Rio gilt als Hochburg der Drogenkriminalität: Graffiti an der Wand mit der Aufschrift «Frieden». (5. April 2014)
Der Stadtteil von Rio gilt als Hochburg der Drogenkriminalität: Graffiti an der Wand mit der Aufschrift «Frieden». (5. April 2014)
AP Photo/Silvia Izquierdo
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Zur Verbesserung der Sicherheit vor der Fussballweltmeisterschaft hat Brasilien weitere 2700 Soldaten und Polizisten in ein Elendsviertel von Rio de Janeiro entsandt. Sie rückten am frühen Morgen (Ortszeit) mit gepanzerten Fahrzeugen in die Siedlung Maré ein, die weitgehend von Drogenbanden beherrscht wird.

Am vergangenen Sonntag hatten gut 1300 Militär- und Zivilpolizisten unterstützt von Helikoptern und gepanzerten Fahrzeugen binnen einer Viertelstunde die Kontrolle über die Favelas der Maré-Siedlung übernommen.

Die brasilianische Polizei übernahm in der Siedlung Maré die Kontrolle. (Quelle: Youtube/Iain Martin)

Maré besteht aus 15 Favelas im Norden von Rio und ist rund zehn Quadratkilometer gross. Das Viertel mit rund 130'000 Bewohnern liegt an der Hauptstrasse zum Flughafen. Der Stadtteil von Rio gilt als Hochburg der Drogenkriminalität und als einer der gefährlichsten Stadtteile der Metropole mit ihren etwa zwölf Millionen Einwohnern. Die Besetzung ist Teil der «Befriedungs»-Strategie der Regierung vor der Fussball-WM und den Olympischen Spielen 2016.

Bereits 37 dauerhafte Reviere

Die jetzt ausgerückten Soldaten sollen mindestens bis Ende Juli in Mare bleiben und dann die Verantwortung an die Polizei übergeben, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Möglich ist aber nach Militärangaben auch eine Verlängerung, falls Präsidentin Dilma Rousseff und der zuständige Gouverneur dies wünschen. Die Soldaten sollen auf den Strassen patrouillieren. Sie dürfen Verdächtige durchsuchen und festnehmen.

Unter dem 2008 begonnenen Befriedungsprogramm wurden bereits 37 dauerhafte Reviere der Sicherheitskräfte in gefährlichen Vierteln installiert, in denen die Polizei früher nur sporadisch für Ordnung sorgte. Eine solche Vertretung auf Dauer soll es künftig auch in Maré geben.

Rund 600'000 ausländische Touristen

Die Besetzung der Maré-Siedlung hat eine ähnliche Dimension wie die Übernahme des Viertels von Alemão (Viertel der Deutschen) Ende 2010, als etwa 2600 Sicherheitskräfte mobilisiert wurden.

Brasilien rechnet während der Fussball-WM vom 12. Juni bis 13. Juli mit rund 600'000 ausländischen Touristen. In Rio, einem von zwölf Austragungsorten, findet unter anderem das Endspiel statt. Im Jahr 2016 werden in der Stadt ausserdem die Olympischen Sommerspiele ausgetragen.

AP/AFP/ajk

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