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Cano starb im Feuergefecht

Der kolumbianische Präsident fordert die Farc nach dem Tod von Alfonso Cano dazu auf sich zu ergeben. Derweil wurden die Details über das Ableben des Rebellenchefs bekannt.

Hielt sich nach einem Bombenanschlag lange versteckt: Alfonso Cano auf einem Bild aus dem Jahr 2000.
Hielt sich nach einem Bombenanschlag lange versteckt: Alfonso Cano auf einem Bild aus dem Jahr 2000.
Keystone

Nach der Tötung des kolumbianischen Rebellenchefs Alfonso Cano hat Präsident Juan Manuel Santos die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) aufgerufen, die Waffen niederzulegen. «Denn wenn ihr das nicht tut, werdet ihr, wie wir schon so oft gesagt und gezeigt haben, im Gefängnis oder im Grab landen», sagte Santos. Der 63-jährige Cano wurde am Freitag in der Nähe seines Bunkers in der Provinz Cauca erschossen.

Santos sprach vom «schwersten Schlag gegen diese Organisation in ihrer gesamten Geschichte». Die Farc räumte in einer Erklärung auf der Website der Nachrichtenagentur Anncol den Tod Canos ein. Sie erklärte, Frieden werde es erst geben, wenn die Ursachen der Rebellion beseitigt würden.

Canos Identität wurde nach Angaben der Regierung per Fingerabdruck bestätigt. Die Streitkräfte hätten eine Standardoperation in Cauca ausgeführt - zunächst mit einem Bombenangriff auf den Bunker Canos und dann mit Bodentruppen. In Cauca hatten Farc-Rebellen in den vergangenen Monaten vermehrt Gewalttaten verübt. Neben Cano wurden nach offiziellen Angaben drei weitere Rebellen getötet.

Computer und Bargeld beschlagnahmt

Cano sei unbewaffnet gewesen, erklärte die Leiterin der Ermittlungsabteilung im Büro des Generalstaatsanwalts, Maritza Gonzalez. Der Rebellenführer hatte sich demnach nach dem morgendlichen Bombenangriff zunächst den ganzen Tag versteckt. Von einem Haus auf einer Lichtung, mehrere Hundert Meter von seinem Lager entfernt, sei Cano jedoch zu einem Bach gegangen und dabei von Soldaten gesichtet worden. Bei dem anschliessenden Gefecht sei er getötet worden. Ein Soldat sei verwundet worden.

Fünf Rebellen wurden laut dem Marinechef Admiral Roberto Garcia festgenommen, etwa fünf weitere konnten flüchten. In Canos Versteck wurden mehrere Computer und USB-Sticks sowie eine grosse Menge Bargeld in verschiedenen Währungen beschlagnahmt, wie Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón sagte. Canos Leiche wurde in die Provinzhauptstadt Popayán gebracht, wo sich am Samstag Präsident Santos und die gesamte kolumbianische Militärführung einfanden. Santos äusserte sich nach einem Treffen mit der Militärführung zufrieden über die Entwicklung betonte aber, Canos Tod sei «kein Augenblick des Triumphalismus». Später wurde die Leiche nach Bogotá übergeführt.

Auf Cano, der mit bürgerlichem Namen Guillermo León Sáenz Vargas hiess, war ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (mehr als 3,6 Millionen Euro) ausgesetzt. Seit der Militärchef der Rebellen, Mono Jojoy, im September 2010 bei einem Bombenangriff getötet wurde, hatten sich die kolumbianischen Behörden auf die Jagd auf Cano konzentriert. Der 63-Jährige war ein Intellektueller aus Bogotá, der die Führung der letzten verbliebenen Rebellenbewegung Lateinamerikas nach dem Tod von Farc-Mitbegründer Manuel Marulanda 2008 übernommen hatte.

Nicht das Ende der Farc

Canos Tod bedeutet laut Experten aber noch lange nicht das Ende der kommunistisch ausgerichteten Gruppe, die seit fast 50 Jahren einen Guerillakrieg gegen die kolumbianische Regierung führt. Die Bewegung, die sich vorwiegend durch Drogenhandel finanziert, besteht aus schätzungsweise 9.000 Bauern aus entlegenen Gebieten, die in Kolumbien, wo der Landbesitz in den Händen einiger weniger ist, kaum Chancen haben.

«Es muss natürlich ganz klar gesagt werden: Das ist ein Schlag für die Moral der Farc», sagte Victor Ricardo, der zwischen 1998 und 2002 für die kolumbianische Regierung letztlich gescheiterte Friedensverhandlungen mit den Rebellen führte, der Nachrichtenagentur AP. Es solle aber bloss niemand glauben, dass Canos Tod das Ende der FARC sei. Die Bewegung habe eine disziplinierte militärische Hierarchie, Nachfolger warteten schon. Ricardo sagte, der nächste Farc-Anführer könnte Iván Márquez oder Timochenko vom Farc-Sekretariat sein. Beide sollen in Venezuela leben.

Cesar Garcia und Libardo Cardona/dapd/kle

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