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«Cano wird nicht leicht zu ersetzen sein»

Der Tod von Alfonso Cano hat die Farc geschwächt, doch sie ist nicht am Ende. Redaktion Tamedia-Korrespondent Sandro Benini über die Zukunft der Terrororganisation.

Seine Nachfolger stehen schon bereit: Der getötete Rebellenführer Alfonso Cano.
Seine Nachfolger stehen schon bereit: Der getötete Rebellenführer Alfonso Cano.
AFP

Der Chef der Farc, Alfonso Cano, wurde von der kolumbianischen Armee getötet. Was bedeutet das für die Rebellenorganisation? Der Tod Canos ist für die Farc ein schwerer Rückschlag, aber nicht das Ende. Nachdem der legendäre Farc-Anführer Manuel Marulanda im März 2008 einem Herzinfarkt erlegen war, gab es Zweifel, ob der aus einer Mittelschichtsfamilie stammende Anthropologe Cano sich gegen die anderen Farc-Kommandanten überhaupt durchsetzen könne. Er hat sich nicht nur durchgesetzt, sondern es ist ihm auch gelungen, die Befehlsstrukturen innerhalb der Guerillaorganisation zu straffen und die Farc militärisch teilweise zu reorganisieren. Cano wird also nicht leicht zu ersetzen sein. Wie sind die Reaktionen in Kolumbien auf den Tod Canos? Präsident Juan Manuel Santos vermeldete den Tod in einer knappen Mitteilung. Er gab keine Einzelheiten über den Ablauf der Ereignisse bekannt, die dem Farc-Chef das Leben gekostet haben. Er rief die Guerilleros einmal mehr auf, den bewaffneten Kampf aufzugeben: «Sonst endet ihr entweder im Gefängnis oder im Sarg», sagte Santos. Ansonsten bemüht man sich in Kolumbien in solchen Fällen jeweils, nicht in offenen Triumphalismus auszubrechen – nicht zuletzt aus Angst vor Racheaktionen der Farc. Mehrere namhafte Politiker haben dem Militär gratuliert und die Hoffnung geäussert, mit dem Tod Canos würden die Chancen steigen, den seit Jahrzehnten dauernden Kampf zwischen Farc und Staat friedlich zu beenden.

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