Chiles Regierung will nach Protesten Mindestlohn erhöhen

Nach schweren Unruhen unterzeichnete der chilenische Präsident Sebastián Piñera nun einen Gesetzesentwurf, von dem über 500'00 Menschen profitieren sollen.

Seit Wochen demonstrieren in Chile zahlreiche Menschen gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die soziale Ungleichheit. Video: Reuters

Seit Wochen demonstrieren in Chile zahlreiche Menschen gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die soziale Ungleichheit. Video: Reuters

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Nach wochenlangen Protesten und Ausschreitungen mit bislang rund 20 Todesopfern will die chilenische Regierung den Mindestlohn in dem südamerikanischen Land anheben. Präsident Sebastián Piñera unterzeichnete am Mittwoch einen Gesetzesentwurf, nach dem der Mindestlohn von 301'000 auf 350'000 Pesos (470 Franken) angehoben werden soll.

«Wir antworten mit Taten und nicht nur mit guten Vorsätzen auf die Forderungen der Menschen», sagte der konservative Staatschef. «Damit geben wir unserer sozialen Agenda einen neuen Impuls.» Rund 540'000 Menschen könnten von der Erhöhung profitieren, die über staatliche Lohnzuschüsse finanziert werden soll.

Chile eigentlich stabil

Seit Wochen demonstrieren in Chile zahlreiche Menschen gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die soziale Ungleichheit. Auslöser der Proteste war eine geplante Erhöhung der Nahverkehrspreise.

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Chile galt bislang als ausgesprochen stabiles Land im Vergleich zu seinen Nachbarn in Südamerika. Allerdings gibt es im reichsten Land der Region hohe Einkommensunterschiede; vor allem Bildung und Gesundheitsversorgung sind sehr teuer. Wegen der zum Teil gewalttätigen Proteste hatte die Regierung zuletzt den Asien-Pazifik-Gipfel und die Weltklimakonferenz in Santiago abgesagt. (step/sda)

Erstellt: 06.11.2019, 23:40 Uhr

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