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Christen zerreissen Koran vor dem Weissen Haus

US-Präsident Barack Obama hat zum Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 zu religiöser Toleranz aufgerufen. Von einer Gruppe Christen blieben seine Forderungen allerdings ungehört.

Rief zu religiöser Toleranz auf: US-Präsident Barack Obama an einer Gedenkfeier zum 11. September 2001 beim Pentagon.
Rief zu religiöser Toleranz auf: US-Präsident Barack Obama an einer Gedenkfeier zum 11. September 2001 beim Pentagon.
Keystone

Vor dem Weissen Haus in Washington hat eine kleine Gruppe von Christen Koran-Seiten zerrissen. Damit sollten die «Unwahrheiten über den Islam» angeprangert werden, sagte am Samstag einer der sechs Christen, Randall Terry.

Zum Jahrestag der Anschläge versammelten sich in New York Gegner und Befürworter einer geplanten Moschee nahe von Ground Zero. Etwa 200 Befürworter demonstrierten für das muslimische Gemeindezentrum zwei Strassen von Ground Zero entfernt. Auf einem Schild stand «Stoppt den rassistischen Krieg gegen Muslime.» Getrennt von einem massiven Polizeiaufgebot versammelten sich auch Gegner des Projektes. Die Polizei hatte Metallbarrieren aufgebaut, um die Parteien zu trennen.

«Niemals Krieg mit dem Islam»

Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama zum Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 seine Landsleute zu Toleranz aufgerufen. «Es war keine Religion, die uns an diesem Septembertag angegriffen hat. Es war al-Qaida, eine jämmerliche Bande von Männern, die Religion pervertiert», sagte Obama am Samstag in Washington. «Als Amerikaner werden wir niemals im Krieg mit dem Islam sein», sagte Obama bei einer Gedenkfeier im Verteidigungministerium, in das die Terroristen vor neun Jahren eines der entführten Flugzeug gesteuert hatten. Auch wenn es der Wunsch der Attentäter gewesen sei, das Land zu spalten, würden die USA «Hass und Vorurteilen» nicht nachgeben, sagte der Präsident weiter.

Die beste Weise, die Opfer zu ehren, sei es, sich an den Werten zu orientieren, die Amerika definierten. Die Terroristen hätten am 11. September «die Ideale attackiert, für die wir stehen». Die beste Waffe, die Amerika im Krieg gegen den Terrorismus besitze, sei es, diese Tugenden zu vertreten und zu leben.

Obama hatte in einer Rundfunkansprache die nationale Einheit beschworen und vor religiösen Ressentiments gewarnt. In einer Schweigeminute im Weissen Haus gedachte der Präsident um 08.46 Uhr (Ortszeit, 14.46 Uhr MESZ) wie viele US-Bürger der Opfer der Anschläge. Um diese Uhrzeit hatten die Terroristen das erste entführte Flugzeug in einen der beiden Türme des World Trade Centers gesteuert.

Namen der Opfer verlesen

In einer Gedenkzeremonie direkt an Ground Zero waren zuvor feierlich die Namen der rund 3000 Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 verlesen worden. Teilnehmer hielten dabei Fotos ihrer ums Leben gekommenen Angehörigen in die Höhe.

First Lady Michelle Obama nahm gemeinsam mit ihrer Vorgängerin Laura Bush in Pennsylvania an einer Gedenkfeier teil. Dort lobte sie den «Heldenmut» der Passagiere des vierten entführten Flugzeugs, das nur 20 Flugminuten von Washington entfernt auf ein Feld gestürzt war, nachdem die Insassen versucht hatten, das Cockpit zu stürmen.

SDA/ske

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