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Kentucky geht an Clinton, Oregon an Sanders

In den USA wurden in zwei Staaten Vorwahlen abgehalten. Am Parteitag der Demokraten kam es am Wochenende zu Ausschreitungen.

Hillary Clinton hat ihre Niederlagenserie bei den Vorwahlen der Demokraten um die US-Präsidentschaftskandidatur aller Voraussicht nach gestoppt. Die frühere Aussenministerin steht vor dem Sieg bei der Abstimmung im Bundesstaat Kentucky.

Der Sender CNN sah Clinton nach Auszählung fast aller Stimmen mit 0,4 Prozentpunkten oder rund 1800 Stimmen hauchdünn vor Bernie Sanders. Die frühere US-Aussenministerin und First Lady erklärte sich zur Siegerin, obwohl sie nach Auszählung fast aller Stimmen nur minimal vor dem Senator von Vermont lag. Der Sieg hätte vor allem symbolische Bedeutung: Die 55 Delegiertenstimmen dürften sich Clinton und Sanders praktisch hälftig aufteilen.

Hat die Nominierung ihrer Partei so gut wie sicher: Hillary Clinton begrüsst Anhänger. (16. Mai 2016)
Hat die Nominierung ihrer Partei so gut wie sicher: Hillary Clinton begrüsst Anhänger. (16. Mai 2016)
Andrew Harnik, Keystone
Setzt sich bei den Vorwahlen in Oregon durch: Bernie Sanders. (10. Mai 2016)
Setzt sich bei den Vorwahlen in Oregon durch: Bernie Sanders. (10. Mai 2016)
Danielle Peterson, Keystone
Die Demokraten stimmen im US-Staat Kentucky ab. (17. Mai 2016)
Die Demokraten stimmen im US-Staat Kentucky ab. (17. Mai 2016)
Charles Bertram, Keystone
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Im Bundesstaat Oregon, in dem ebenfalls am Dienstag abgestimmt wurde, liegt nach Auszählung von rund 60 Prozent der Stimmen Sanders knapp vorne.

Im Gesamtrennen liegt Clinton so gut wie uneinholbar vor dem Senator von Vermont. Er würde 67 Prozent aller noch ausstehenden Delegierten brauchen, um sie einzuholen und sich damit die Nomination zu sichern. Sanders hat angekündigt, trotz verschwindender Aussichten bis zum Schluss im Rennen bleiben zu wollen.

Donald Trump hat auf dem Weg zur offiziellen Nominierung der Republikaner zum US-Präsidentschaftskandidaten weitere Delegierte eingesammelt. Der voraussichtliche Nominierte der Partei gewann am Dienstag die republikanische Vorwahl im US-Staat Oregon.

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hat sich hinter seine Anhänger gestellt, die bei einer Versammlung seiner Partei in Nevada Tumulte ausgelöst hatten. Nach einem Treffen mit dem Fraktionschef der Demokraten im US-Senat, Harry Reid, sagte er am Dienstag, Vorwürfe der Partei aus Nevada gegen seine Unterstützer seien «Unsinn».

Sanders stellt sich gegen Parteiführung

Am Samstag warfen Sanders' Anhänger auf einem Parteitag in Las Vegas mit Stühlen, schrien Redner nieder und stiessen gegen die Vorsitzende der Partei in dem US-Staat Todesdrohungen aus. Spitzenpolitiker der Demokraten forderten Sanders auf, sich davon zu distanzieren. Sanders sagte nach dem Treffen mit Reid, seine Kampagne sei einem gewaltfreien Wandel verpflichtet und selbstverständlich verurteile er jede Form von Gewalt, «einschliesslich der persönlichen Einschüchterung Einzelner».

Aber Sanders entschuldigte sich nach Einschätzung von Beobachtern bei weitem nicht für das Verhalten seiner Anhänger und wiederholte stattdessen im Detail ihre Vorwürfe: Sie seien beim Prozess der Delegiertenauswahl überrollt worden – was die demokratische Parteispitze zurückweist. «Die demokratische Führung hat ihre Macht dazu eingesetzt, einen fairen und transparenten Prozess zu verhindern», sagte Sanders.

Sanders überrascht Reid

Reid hatte kurz zuvor erklärt, Sanders habe die Gewalt in Las Vegas verurteilt. Dies sei ein Test des Führungsstils «und ich bin hoffnungsvoll und sehr zuversichtlich, dass Senator Sanders das Richtige machen wird», sagte Reid.

Nach Sanders' Statement zur Sache kamen Zweifel auf, dass damit die Forderungen Reids, der Parteivorsitzenden Debbie Wasserman Schultz und anderer führender Demokraten erfüllt worden sind. Reid sagte später, er sei von der Erklärung überrascht gewesen. «Bernie sollte etwas sagen und kein unkluges Statement abgeben. Bernie ist besser als das», kommentiere er nach Angaben seines Büros die Ausführungen des Bewerbers.

AP/sda/chk/mch

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