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Das amerikanische Dilemma

Washington muss auf den Putsch in Kairo reagieren. Das Weisse Haus setzt bis auf weiteres auf die ägyptische Armee – auch wegen Israel.

Komplizierte Dreierkiste: Ein Plakat in Kairo zeigt den mittlerweile gestürzten Präsidenten Mursi mit den beschriebenen Flaggen Amerikas («Mein Clan») und Israels («Meine Familie») im Januar.
Komplizierte Dreierkiste: Ein Plakat in Kairo zeigt den mittlerweile gestürzten Präsidenten Mursi mit den beschriebenen Flaggen Amerikas («Mein Clan») und Israels («Meine Familie») im Januar.
Mohamed Abd El Ghany, Reuters

Die amerikanische Reaktion auf den Militärputsch in Ägypten bleibt vorsichtig, ja, wie auf Eierschalen bewegt sich das offizielle Washington in der ersten Woche nach dem Coup gegen den gewählten Staatspräsidenten Mohammed Mursi. Das amerikanische Dilemma ist offenkundig: Einerseits sind die Vereinigten Staaten traditionell demokratischen Werten verpflichtet sowie dem Ideal der Selbstbestimmung, wie es US-Regierungen im Kalten Krieg wieder und wieder postulierten, wenn auch zuweilen heuchlerisch. Andererseits aber wird das amerikanische Verhalten gegenüber dem immens wichtigen Verbündeten am Nil durch Angst vor politischem Chaos und insbesondere vor einer ägyptischen Neuausrichtung gegenüber Israel definiert.

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