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Das Kreuz mit dem Kreuz

Ein aus den Trümmern des World Trade Centers geborgenes Stahlkreuz ist zurück am Ground Zero. Das passt nicht allen. Derweil überragt der Neubau bereits ganz Lower Manhattan.

Die Arbeiten schreiten voran: Erste neue Hochhäuser auf dem Ground Zero stehen bereits. (11. August 2011)
Die Arbeiten schreiten voran: Erste neue Hochhäuser auf dem Ground Zero stehen bereits. (11. August 2011)
Keystone
Das Kreuz ist zurück: Bauarbeiter vor dem Stahlkreuz, das vor zehn Jahren aus den Trümmern des World Trade Centers geborgen wurde. (23. Juli 2011)
Das Kreuz ist zurück: Bauarbeiter vor dem Stahlkreuz, das vor zehn Jahren aus den Trümmern des World Trade Centers geborgen wurde. (23. Juli 2011)
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Und so sieht es aus, wenn es fertig ist: Eine Erholungszone mit Museum, Mahnmal und dem sichersten Turm der Welt. (Rendering, 14. Januar 2004)
Und so sieht es aus, wenn es fertig ist: Eine Erholungszone mit Museum, Mahnmal und dem sichersten Turm der Welt. (Rendering, 14. Januar 2004)
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Ein Bauarbeiter hatte das Kreuz aus Stahlträgern in den Trümmern des World Trade Centers entdeckt. Fünf Jahre lang stand es, für jeden Besucher ersichtlich, als Mahnmal und Trost am Ground Zero. Bereits kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erhielt es die erste Weihung. 2006 wurde das fünf Meter hohe Stahlkreuz zur St.-Peters-Kirche in Manhattan verschoben, wo es zum zweiten Mal vom Priester geweiht wurde. Letzten Samstag brachten die Behörden das Symbol in einer grossen Zeremonie an seinen Bestimmungsplatz im Gedenkmuseum für die Opfer der Anschläge des 11. September 2001 am Ground Zero. Das passt jedoch nicht allen.

Die Atheisten-Organisation, American Atheists, hat gegen diesen Schritt geklagt. Das Stahlkreuz sei ein religiöses Symbol der Christen und habe daher keinen Platz in einem Museum, das vom Staat finanziert sei. «Das World-Trade-Center-Kreuz ist zu einem christlichen Symbol geworden», erklärte David Silverman, Präsident von American Atheist, in einer Pressemitteilung. Damit werde illegal eine Religion auf staatlichem Boden angepriesen. Silverman verlangt die Entfernung oder «eine ausgeglichene Vertretung» aller Religionen im Gedenkmuseum.

«Ein speziell schwieriger Fall»

Auch zehn Jahre nach den Terroranschlägen erhitzt das World Trade Center die Gemüter in den USA. Es ist nicht das erste Mal, dass die Religion im Zentrum der Debatte steht. Bereits letzten August entbrannte ein heftiger Streit um den Bau eines islamischen Kulturzentrums in der Nähe des Ground Zero. Bis heute ist unklar, ob es überhaupt gebaut werden kann. Priester Brian J. Jordan, der nach dem 11. September 2001 eine Messe auf Ground Zero hielt, beschreibt gegenüber der «New York Times» die Atheisten-Klage als «bizarre Ansammlung wütender Köpfe».

Experten geben der Klage der Atheisten durchaus Chancen. Marc D. Stern, Rechtsberater für das American Jewish Committee und Experte in juristischen Fragen zur Religion, spricht von einem «speziell schwierigen Fall». Das Stahlkreuz könne als historischer Teil der Vorgänge nach den Terroranschlägen oder als religiöses Symbol angesehen werden. Auch Professor Ira C. Lupu bezeichnet gemäss der «New York Times» die Klage als «plausibel». Er schlägt vor, dass das Stahlkreuz in einem ausdrücklich historischen Kontext präsentiert werde. Noch bleibt zur Beilegung des Streits Zeit. Das Gedenkmuseum wird erst nächstes Jahr eröffnet.

Ein Wolkenkratzer entsteht

Abgesehen von den Streitigkeiten vor dem zehnjährigen Gedenken an die Terroranschläge vom 11. September, kommen die Bauarbeiten am Ground Zero voran. Der grosse Platz mit 400 Eichen und zwei Wasserbecken, welche die Umrisse der eingestürzten World-Trade-Center-Türme wiedergeben, wird bereits diesen September eröffnet, wie der Fernsehsender NY 1 berichtet.

Der im Bau befindliche neue Wolkenkratzer One World Trade Center ist mit seinen 76 Stockwerken bereits heute das höchste Gebäude von Lower Manhattan. Noch fehlen 30 Stockwerke. 541 Meter hoch wird der Turm einst werden, und damit selbst das 381 Meter hohe Empire State Building bei weitem überragen.

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