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Das mächtigste Mädchen Lateinamerikas

Macht Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez seiner Tochter zuliebe einen DNA-Test?

Seit langem behauptet der 30-jährige Salomón Fernández hartnäckig, ein unehelicher Sohn des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zu sein, was dieser ebenso hartnäckig bestreitet. «Einige behaupten, dass er mir ähnlich sieht. Andere sagen, er gleiche eher dem Grafen von Guácharo» (ein bekannter venezolanischer Komiker), kommentierte Chávez die Gerüchte. Laut Fernández hatte seine Mutter mit Chávez ein kurzes, aber äusserst intensives Verhältnis, als dieser noch ein unbekannter junger Offizier war. Die Eltern und Geschwister des Staatschefs hat der Verschmähte bereits mit der Bitte konfrontiert, an den Familiensinn des mächtigen Verwandten zu appellieren - bisher vergeblich. Nun jedoch kann Fernández auf eine wahrhaft einflussreiche Alliierte zählen.

«Tu es für mich»

Die 11-jährige Präsidententochter Rosa Inés, die bei ihrer von Chávez geschiedenen Mutter lebt, schickte dem Vater zu dessen 54. Geburtstag einen Brief. Darin forderte sie ihn auf, sich einem DNA-Test zu unterziehen. «Tu es für mich», schrieb das Mädchen laut einer lokalen Tageszeitung. Ob es ihr gelungen ist, das Herz des präsidialen Vaters zu erweichen, ist bislang unbekannt.

Rosa Inés hat schon einmal für Schlagzeilen gesorgt. «Papi, warum rennt das Pferd auf dem venezolanischen Wappen von links nach rechts und dreht dabei so verkrampft den Kopf zurück?», wollte sie vor rund zwei Jahren wissen. «Gute Frage», muss sich der Präsident gedacht haben - und liess ruck, zuck das Wappen ändern. Nun rennt der Gaul mit geradem Kopf nach links. Da sämtliche Fahnen, offiziellen Dokumente usw. angepasst werden mussten, kostete die Kinderfrage den Staatshaushalt eine Millionensumme. Darauf schrieb ein bekannter oppositioneller Journalist einen «offenen Brief an Rosa Inés», in dem er die Kleine mit augenzwinkernder Ironie bat, ihrem Daddy doch noch mehr abzuverlangen - er solle beispielsweise mit seinen diktatorischen Allüren und sonstigen Verrücktheiten aufhören. Zumindest diesen Wunsch hat Chávez seiner Tochter offenbar bisher ausgeschlagen.

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