Das Zweckbündnis gegen den gemeinsamen Feind

Nach dem erbittert geführten Vorwahlkampf haben Clinton und Sanders mit einem gemeinsamen Auftritt die Kampagne um das Präsidialamt eingeläutet. Eine Liebesheirat ist es nicht.

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Nach einem harten Vorwahlkampf um die demokratische Präsidentschaftsnominierung und nach monatelangen Sticheleien und Feindseligkeiten stellte sich Senator Bernie Sanders heute hinter seine siegreiche Rivalin Hillary Clinton. Schon die Körpersprache der einstigen Kontrahenten bei ihrer gemeinsamen Veranstaltung in Portsmouth im Staat New Hampshire aber verriet, wie fremd sich die beiden Demokraten geblieben sind.

Und obschon sich der linke Senator für Hillary erklärte, ist es keineswegs ausgemacht, dass seine zumeist jugendlichen Anhänger geschlossen ins Lager der demokratischen Kandidatin wechseln werden. Wahrscheinlich aber genügt die Gefahr einer Präsidentschaft Donald Trumps, um die amerikanischen Demokraten jetzt zu einen.

Im Gegensatz zu Hillary Clinton erkannte Bernie Sanders von Anbeginn dieser Wahlsaison, wie tief die Desillusionierung vieler Amerikaner mit den politischen Eliten und dem von ihnen verursachten Stillstand in Washington sitzt. Sein überraschender Achtungserfolg reflektiert zudem die Tatsache, dass sich die Demokratische Partei seit den Zeiten Bill Clintons nach links bewegt hat - was Hillary Clinton erst spät erkannte.

Clinton adaptierte Sanders' Ideen

Keineswegs tritt Senator Sanders erfolglos von der Bühne: Das Parteiprogramm der Demokraten, das Ende Juli beim Parteitag in Philadelphia verabschiedet werden wird, widerspiegelt ebenso seinen Einfluss wie Clintons veränderte politische Positionen. Ob Klimaschutz oder Mindestlohn, ein verbesserter Zugang zu staatlicher Krankenversicherung oder Hilfe für überschuldete Studenten: Clinton adaptierte Sanders' Ideen und Forderungen.

Nun wird sich zeigen, wie hilfreich der Senator aus Vermont im Verlauf des Hauptwahlkampfs sein kann. Hilfe braucht die demokratische Präsidentschaftskandidatin allemal. Denn eine ausgemachte Sache ist ein Sieg Clintons gegen den Republikaner Trump am Wahltag im November keineswegs.

Erstellt: 12.07.2016, 19:30 Uhr

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