Demokraten müssen dringend eine Vision anbieten

Die Opposition will Donald Trump aus dem Amt jagen. Was die Partei dazu braucht.

Polit-Show: Elizabeth Warren nutzte ihre Bühne. (Video: Reuters/AFP)

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Vorhang auf zur grössten politischen Show der Welt: Die erste Runde der TV-Debatte demokratischer Präsidentschaftsbewerber hat am Mittwochabend in Miami begonnen, eine zweite Diskussionsrunde wird heute Abend folgen.

Nach ihrer schmerzhaften Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2016 hat die Demokratische Partei nur ein Ziel: Einen Präsidentschaftskandidaten zu finden, der Donald Trump besiegen kann.

Noch sind es nahezu 500 Tage bis zum Wahltag 2020, seit gestern aber läuft der parteiinterne Auswahlprozess, der von mehr als 20 Bewerbern einen Präsidentschaftskandidaten bestimmen wird. Wie aber soll dieser Kandidat beschaffen sein? Was muss er mitbringen, um Trump eine zweite Amtszeit zu verwehren?

Die Demokraten schulden der Wählerschaft einen kühnen Entwurf.

Die Partei Franklin Roosevelts und John Kennedys steht dabei vor einer fundamentalen Entscheidung: Strebt sie zurück zum Status quo unter der Obama-Ära und begreift die Trump-Präsidentschaft mithin als eine Verirrung? Oder will sie eine umgestaltende Politik grundlegender Reformen, um das Land aus der politischen Starre und Polarisierung zu befreien?

Es wäre bitter notwendig, dorthin zu kommen, könnte aber nach der bewusst spaltenden Präsidentschaft Donald Trumps noch schwieriger werden. Trotzdem: Die Demokraten schulden es ihrer Vergangenheit als einer Partei des Aufbruchs, der Wählerschaft 2020 einen kühnen Entwurf für eine sich wandelnde amerikanische Gesellschaft vorzulegen. Franklin Roosevelt tat dies mit dem New Deal, Lyndon Johnson mit der Bürgerrechtsgesetzgebung.

Ein Zeichen des Aufbruchs

Wer die Demokratische Partei als Präsidentschaftskandidat gegen Trump vertreten soll, werden Debatten wie die gestrige klären. Natürlich muss dieser Kandidat dem republikanischen Präsidenten und dessen politischem Jiu Jitsu gewachsen sein. Aber er sollte den Amerikanern überdies eine Vision anbieten, die der Verkrustung von Politik und Gesellschaft den Kampf ansagt.

Der Auftakt in Miami war schon deshalb bemerkenswert, weil drei Kandidatinnen auf der Debattenbühne standen – ebensoviele, wie die Partei in ihrer gesamten bisherigen Geschichte präsentiert hat. Auch dies sollte als Zeichen eines kommenden Aufbruchs verstanden werden.

Erstellt: 27.06.2019, 08:34 Uhr

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