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Den alten Whistleblower freuts

1970 brachte Daniel Ellsberg geheime Pentagon-Papiere an die Öffentlichkeit. Jetzt unterstützt er Wikileaks.

Manchen Menschen widerfährt das Glück, bestimmter Umstände wegen einen zweiten Frühling zu erleben. Daniel Ellsberg, 79, zählt zu diesen Menschen: Er wurde berühmt, weil er 1970 die geheimen Pentagon-Papiere ans amerikanische Tageslicht befördert und damit den Glauben an die Recht- sowie Zweckmässigkeit des Vietnamkriegs nachhaltig erschüttert hatte. Nun erlebt Ellsberg, wie Wikileaks neuerlich amerikanische Geheimnisse vor den Augen der Welt ausbreitet – und er macht keinen Hehl daraus, dass ihm die Umtriebe von Julian Assange und dessen vermeintlicher Quelle, dem inhaftierten Gefreiten Bradley Manning, Adrenalinschübe verschaffen.

«Zwei neue Helden» habe er gefunden, frohlockt Ellsberg über Assange und Manning: Wie er damals auf dem Höhepunkt des Kriegs in Südostasien die Welt Richard Nixons aus den Angeln zu heben half, so vermasselten seine «neuen Helden» nun die Tour des imperialen Amerika, indem sie die Kriege im Irak und in Afghanistan beleuchteten. Dass obendrein die Depeschen amerikanischer Diplomaten dank Wikileaks tagtäglich an die Öffentlichkeit lecken, findet Ellsberg absolut wunderbar – je weniger Geheimnisse, desto besser.

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