Den Klimawandel gibt es laut Trump jetzt doch

US-Präsident Donald Trump hält den Klimawandel inzwischen für Realität – und fügt ein «Aber» an.

Donald Trump hat seine Meinung bezüglich Klimawandel geändert: Der Präsident betritt die Bühne zu einer Wahlkampfveranstaltung.
Video: Andrew Harnik/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Ich bestreite Klimawandel nicht», sagte Donald Trump in einem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview des US-Senders CBS. «Aber er könnte sehr wohl wieder zurückgehen.» Der US-Präsident wisse zudem nicht, ob Analysen von Wissenschaftlern zuträfen, wonach die Menschheit für die globale Erderwärmung verantwortlich sei. «Wissenschaftler haben eine politische Agenda», sagte Trump.

In der Zeit vor seiner Präsidentschaft hatte Trump wiederholt über Warnungen vor dem Klimawandel gespottet. So hatte er beispielsweise Ende 2013 auf Twitter geschrieben: «Globale Erderwärmung ist ein totaler, und sehr teurer Scherz!» Im vergangenen Jahr hatte er als Präsident den Ausstieg der USA aus dem von seinem Vorgänger Barack Obama mitverhandelten Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt. In den vergangenen Tagen hatte der ungewöhnlich heftige Hurrikan Michael schwere Verwüstung in mehreren US-Bundesstaaten angerichtet.

Trump sagte CBS: «Man sagt, dass wir Hurrikane hatten, die viel schlimmer waren, als was wir gerade mit Michael hatten.» Auf seine frühere Haltung zur Erderwärmung angesprochen, antwortete der Präsident: «Ich denke nicht, dass es ein Scherz ist.» Trump betonte aber, er wolle durch Klimaschutzmassnahmen nicht Millionen Jobs und Milliarden Dollar verlieren.

Erneuter Angriff auf EU

In dem Interview warf Trump der EU erneut feindseliges Verhalten in Handelsfragen vor. «Die Europäische Union wurde gebildet, um uns beim Handel auszunutzen.» «Und das ist, was sie getan haben.» Er fügte hinzu: «Niemand behandelt uns viel schlechter als die Europäische Union.» Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatten sich im Juli darauf geeinigt, den Handelskonflikt beilegen zu wollen. Eine konkrete Vereinbarung gibt es dazu aber bisher nicht.

CBS-Reporterin Lesley Stahl sagte daraufhin: «Das klingt feindselig.» Trump widersprach und betonte mit Blick auf die EU: «Wissen Sie, was feindselig ist? Wie sie uns behandeln.» Der Präsident sagte weiter, er möge die Nato. «Aber wissen Sie was? Wir sollten nicht für fast die gesamten Kosten der Nato aufkommen, um Europa zu beschützen. Und zusätzlich nutzen sie uns beim Handel aus. Das werden sie nicht mehr tun. Sie verstehen das.»

Verstrickung Putins hält er für möglich

Auf die Frage, ob er zustimme, dass der russische Präsident in Attentate etwa durch Vergiftungen verwickelt sei: «Wahrscheinlich ist er es, ja. Wahrscheinlich.» Er fügte hinzu: «Natürlich sollten sie das nicht tun.» Der US-Präsident betonte in dem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview, im persönlichen Umgang mit Putin trete er «sehr hart» auf.

Trump war im Juli für einen Auftritt mit Putin nach einem Gipfeltreffen der beiden Präsidenten in Helsinki in die Kritik geraten. Für Entrüstung in den USA sorgte damals, dass sich Trump bei der Pressekonferenz mit Putin nicht klar hinter die eigenen Sicherheitsbehörden stellte, die Russland Einmischung in die US-Präsidentenwahl 2016 vorwerfen. (roy/sda)

Erstellt: 15.10.2018, 04:08 Uhr

Artikel zum Thema

Mit einem Inlandflug-Verbot den Klimawandel bekämpfen

Der Mobilitätsforscher Andreas Knie prescht mit radikalen Forderungen vor. Mehr...

Hitzeschock für das Great Barrier Reef

Der Rekordsommer von 2016 in Australien hatte eine verheerende Wirkung auf das empfindliche Ökosystem der Korallenbänke. Mehr...

Der Klimawandel bringt neuartige Lawinen in die Schweiz

SonntagsZeitung Vermehrt donnern Mischformen zwischen Staublawinen, Nassschneelawinen, Schlammlawinen und Murgängen ins Tal. Wissenschaftler erklären das Phänomen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Ein Fehltritt mit Folgen

Eine kleine Unaufmerksamkeit, ein bisschen Pech – ein Unfall ist schnell passiert. Zum Glück hat die Suva die Kosten im Griff.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Mit Augenringen: Kinder präsentieren in der Shougang-Eishockey-Arena Bing Dwen Dwen das Maskottchen der Winterspiele 2022 in Peking. (17. September 2019)
(Bild: Xinyu Cui/Getty Images) Mehr...