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Der Admiral muss es richten

Die Hoffnung von US-Präsident Barack Obama, die Ölpest im Golf von Mexiko zu bewältigen, ruht auf breiten Schultern: Admiral Thad Allen ist ein kräftiger Mann, sein Ton bisweilen ruppig.

Ein Macher, schon für Georg W. Bush nach «Katrina»: Thad Allen.
Ein Macher, schon für Georg W. Bush nach «Katrina»: Thad Allen.

Thad Allen sagt über sich selbst, er habe eine ausgeprägte Neigung zum Handeln. Als Chef-Koordinator für das Krisenmanagement am Golf soll Allen dem wachsenden Eindruck entgegentreten, Obama und seine Regierung hätten die Lage nicht im Griff. An ihm wird es auch liegen, ob die Ölpest für Obama ein ähnliches Imagedesaster wird wie für George W. Bush die verpfuschte Reaktion auf den Hurrikan «Katrina».

Stimme der Regierung

Auf die immer lauter werdende Kritik an Obamas Krisenmanagement reagierte das Weisse Haus mit einer neuen Kommunikationsstrategie: Um den Eindruck der Planlosigkeit zu entkräften, soll die Regierung nun mit einer Stimme sprechen - nämlich jener des 61-jährigen Admirals, des bisherigen Chefs der US-Küstenwache.

Seit Wochenbeginn ist Allen auf allen Kanälen zu sehen und zu hören. Im Abstand weniger Stunden gibt er der Öffentlichkeit in seiner kurzärmeligen marineblauen Uniform mit den vier Sternen am Kragen nun regelmässig einen Überblick über den Stand der Bemühungen gegen die Ölkatastrophe.

Durchhalteparolen und Zweckoptimismus sind seine Sache nicht. Der Admiral liebt klare Worte, die nichts beschönigen. Allen zählt zu den wenigen Verantwortlichen, die bei der Bewältigung von «Katrina» an der Golfküste vor fünf Jahren eine gute Figur gemacht haben.

Schon nach «Katrina» Krisenmanager

Obamas Vorgänger Bush hatte ihn wenige Tage nach dem Hurrikan in höchster Not zum Krisenmanager berufen, nachdem seine eigene Regierung durch Inkompetenz ins Trudeln geraten war. Allen beeindruckte durch sein Organisationsgeschick und durch seine Einsatzbereitschaft.

Er brachte Struktur in das Rettungschaos. In den ersten Tagen richtete er sein Krisenzentrum auf einem Kriegsschiff vor New Orleans ein und koordinierte die Arbeit der überforderten Behörden. Viele Menschen an der Golfküste haben dem 61-Jährigen seinen Einsatz bis heute nicht vergessen.

Die Küstenwache hat Allens Biografie durch und durch geprägt. Bereits sein Vater diente in diesem ältesten Seeverband der USA. «Man kann sein Leben lang eine ruhige, anständige Führungskraft sein», sagte er einmal in einem Interview mit dem Magazin «U.S. News».

Eigentlich im Ruhestand

«Wenn man sich aber nicht an den ganz grossen Einsätzen beteiligt, kann man seine ganze Karriere hinter sich bringen, ohne das irgend jemand etwas merkt.» Das Risiko, übersehen zu werden, besteht für Allen derzeit wahrlich nicht. Den Einsatz gegen die Ölpest bezeichnet er als «grösste Herausforderung» seiner Laufbahn.

Fast schon vergessen ist, dass Allens Karriere dieser Tage eigentlich hätte zu Ende gehen sollen. Vergangene Woche übergab er das Chefkommando bei der Küstenwache wie seit langem geplant an einen Nachfolger.

Über die Tatsache, dass sein Ruhestand nun noch warten muss, trösteten die Kollegen in Uniform den Admiral bei der Übergabefeier mit Lobeshymnen hinweg. «Ich kann jedem sagen, dass er genau der richtige Mann ist», zitierte die «Navy Times» etwa den Admiral Thomas Ostebo. «Admiral Allen ist die geborene Führungsperson.»

SDA/mt

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